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1.03 Tabula Rasa/Transkription

< 1.03 Tabula Rasa

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Informationen zu dieser Episode

InselabschnittBearbeiten

Die Überlebenden des Flugzeugabsturzes laufen am Strand herum. Wir sehen, daß die Überlebenden sich damit beschäftigen, das Gepäck zu sortieren und nach Dingen, die sie brauchen könnten, zu durchsuchen.

Frau: ...feste Schuhe..


SCHNITT zu Jack und dem Marshall.

Marshall: [Rasselnd] Trauen Sie ihr nicht.

Seine Augen sind weit aufgerissen. Jack sitzt neben ihm.

Marshall: Sie ist gefährlich.

Jack: Sie dürfen sich nicht bewegen.

Marshall: Ich muß sie finden. Ich muß sie zurückbringen.

Jack kümmert sich um die Wunde des Marshalls.

Jack: Ja, das haben sie schon gesagt. Und wenn ich frage, wen sie zurückbringen müssen, werden sie jedesmal ohnmächtig. Sie haben ziemlich hohes Fieber, ich schätze, sie wissen selbst nicht, von wem sie eigentlich reden.

Marshall: Meine Handschellen. Meine Handschellen. Wo sind meine Handschellen?

Zum ersten Mal wird Jack klar, dass der Marshall nicht so fieberverwirrt ist, wie er dachte. Er beugt sich näher an ihn heran und sieht ihm ernst ins Gesicht.

Jack: Was?

Marshall: [Keuchend] In meiner Jacke hab ich...

Jack: [Schüttelt den Kopf] Ich versteh nicht..

Marshall: [Drängend] In meiner Jackentasche..

Jack: Okay.

Jack steht auf, geht um den Marshall herum und sieht in seine Jackentasche. Darin findet er ein Blatt Papier. Er faltet es auseinander und wirft einen Blick darauf.

Marshall: Gefährlich. Sie ist gefährlich.

Auf dem Papier sind zwei Polizeifotos von Kate mit der Aufschrift HARRISON VALLEY POLICE, #961136 zu sehen.


SCHNITT. Kate, Sayid, Sawyer, Charlie, Boone und Shannon sind auf dem Weg zurück zum Camp am Strand.

Boone: Es wird dunkel

Sawyer: Dann leg mal'n Zahn zu.

Boone: [Murmelt] Wichser.

Sawyer: [Dreht sich zu ihm um] Wie war das?

Sayid: [Unterbricht] Wir sollten unser Lager aufschlagen.

Shannon: [Bleibt abrupt stehen] Was hier?

Sayid: Ja, hier.

Sayid stellt seinen Rucksack ab. Sawyer geht einfach weiter an der Gruppe vorbei.

Sawyer: Ohne mich. Viel Spaß beim Lagerfeuer.

Sayid: Gute Idee. Kämpf dich nachts durch den Dschungel.

Sawyer: Uuh, schiss, dass die Bäume uns jagen?

Sayid: Nein. Was die Bäume umknickt wie Grashalme wird dich jagen.

Sawyer: Wenn du dich so um mich sorgst, wieso gibst du mir dann nicht die Munition?

Sawyer zieht die ungeladene Waffe hervor und wedelt damit herum.

Kate: Pack die Waffe wieder weg, Sawyer. Sayid hat recht. Allein wirst du's nicht bis zum Strand schaffen.

Sawyer: Ja? Wieso nicht?

Kate antwortet nicht gleich, und auch Charlie wird seltsam still, wirft Kate einen raschen Seitenblick zu.

Kate: [Düster] Glaub mir.


SCHNITT. Die Gruppe hat ihr Lager aufgeschlagen und sich um ein Feuer herum niedergelassen. Sayid legt einen Stein ins Gras.

Sayid: Das ist Australien.

Er steht, hat einen an einem Ende brennenden Stock in der Hand.

Sayid: Das sind wir.

Sawyer: [Im Gras liegend] Ganz toll..

Sayid: [Fährt unbeirrt fort] Wir fliegen vorgestern von Sydney ab. Wir fliegen dieselbe Nordost-Route, die jede Fluggeselschaft nach Los Angeles nimmt. Der Pilot sagte, die Funkverbindung zum Boden ist abgebrochen, richtig?

Er sieht zu Kate hinüber.

Kate: Ja, nach sechs Stunden hat er umgedreht. Er wollte auf Fidschi landen.

Sayid: Wir haben also den Kurs gewechselt. Bedauerlicherweise scheint niemand davon zu wissen. Dann traten die Turbulenzen auf. [Er löscht das brennende Ende des Stockes am Boden und betrachtet die kleine Gruppe.] Wie's weiter ging wissen wir.

Kate: Dem Piloten nach sind wir über 1000 Meilen vom Kurs weg.

Sayid geht zu seinem Platz neben Shannon zurück.

Charlie: Ja, aber.. die werden uns finden. Im Weltraum gibt's Satelliten, die machen Fotos von deinem Nummernschild.

Sayid: Wenn wir doch nur unsere Nummernschilder dabei hätten.

Charlie: Musst du so pessimistisch sein?

Sayid: Fotografieren heißt zielen und abdrücken. Satelliten können Bilder machen, aber sie müssen wissen wo das Ziel ist.

Charlie: Oh.. Mistkacke.

Sawyer: Okay, deine Vorstellung war beeindruckend. Fantastisch. Wir sitzen also am Arsch der Welt fest. Warum reden wir nicht mal über das andere. Das Notsignal, das unser Abdul mit dem Funkgerät empfangen hat. Die Franzosentussi hat gesagt, sie sind alle tot. Und der Hilferuf läuft schon.. wie lange war das, Sommersprosse?

Kate: Sechzehn Jahre.

Sawyer: Genau. Darüber sollten wir reden.

Eine unbehagliche Stille macht sich breit.

Boone: Wir.. müssen es den anderen sagen, wenn wir zurück sind.

Shannon: Toll, und was willst du ihnen sagen?

Boone: Was wir gehört haben.

Shannon: Wir haben gar nichts gehört. Ich bin keine Dolmetscherin.

Charlie: Stimmt, vielleicht weiß jemand...

Sayid: [Unterbricht sie] Niemand wird den anderen etwas sagen. Wenn wir ihnen das erzählen.. ohne zu wissen was dahintersteckt, bricht Panik aus. Wenn wir ihnen sagen, was wir wissen.. nehmen wir ihnen die Hoffnung. Und ohne Hoffnung sind Menschen zu allem fähig.

Kate: Also lügen wir.

Sawyer sieht Kate an. Charlie sieht Kate an. Kate blickt ins prasselnde Feuer.


SCHNITT zum Strand. Hurley hilft Jack dabei, abseits eine Art Zeltkabine aus Trümmerteilen für den verwundeten Marshall zu errichten.

Hurley: Warsn Dinosaurier?

Jack: Es war kein Dinosaurier.

Hurley: Du hast es doch nicht gesehn.

Jack: Nein, hab ich nicht.

Hurley: Woher weißt du dann, dass es keiner war?

Jack: Weil Dinosaurier ausgestorben sind.

Hurley: Oh. Ja.

Hurley sieht auf den Marshall herunter, als Jack zu ihm hinübergeht.

Hurley: Wie stehts mit ihm? Sieht aus als... würde er sterben.

Jack: Er wird nicht sterben.

Hurley: Er ist schon gelb, Mann.

Jack: Seine Wunde ist infiziert, aber das Antibiotikum wird damit fertig.

Hurley: Wenn nicht?

Jack: Dann versagen seine Organe.. eins nach dem anderen. Wenn das Abdomen sich verhärtet, dann...

Jack tastet den Bauch des Marshalls ab, hört auf zu reden, steht auf und geht um das Lager herum, nimmt ein paar Zweige zur Hand.

Hurley: Sieht aus als hätte er Schmerzen.

Jack: Ja.

Hurley wendet den Blick ab, entdeckt dabei das Stück Papier mit Kates Polizeifotos drauf.

Hurley: Was ist das?

Jack ist zu beschäftigt, um auf ihn zu achten, so faltet Hurley das Blatt auseinander und sieht sich die Bilder von Kate darauf an.

Hurley: Äh ... Alter? Äh...

Hurley dreht das Blatt um. Jack sieht sich nach ihm um, springt rasch auf und nimmt Hurley das Blatt weg. Faltet es wieder zusammen.

Hurley: Was hat sie angestellt?

Jack: Das geht mich nichts an.

Hurley: Sieht verdammt nach was Ernstem aus.

Jack: [Warnend] Hurley.

Mehr sagt Jack nicht, wendet sich ab und steckt das zusammengefaltete Papier in seine Tasche. Hurley sieht aus, als würden ihm die schrecklichsten Vorstellungen durch den Kopf schießen.

EröffnungBearbeiten

Das kleine Lager der Wanderer. Alle liegen um das knisternde Feuer herum und schlafen.

Doch irgend jemand ist wach, läuft leise zwischen ihnen herum, vorbei an Kate und hinüber zu Sayid, der im Schlaf leise etwas vor sich hin murmelt, beugt sich zu ihm herunter und nimmt ihm das Magazin der Waffe weg.

Sayid wacht auf und springt auf die Füße. Boone weicht in einem Satz zurück, das Magazin in der Hand.

Sayid: Was machst du?

Auch die anderen wachen auf.

Boone: Wache stehn. Da draußen soll doch was rumlaufen.

Er deutet mit der Waffe in die Dunkelheit hinein. Sawyer blickt auf.

Sawyer: [Verärgert] Du hast mir die Waffe abgenommen?

Shannon: Bitte, du hast noch nie ne Waffe in der Hand gehabt. Er glaubt nicht an Waffen. Er geht auf Demos.

Boone: Ich geh nicht auf Demos.

Sayid: Gib mir die Waffe.

Sawyer: Jaa, gib sie Al-Jazeera. Der beschützt uns.

Charlie: Al-Jazeera ist ein Fernsehsender.

Boone: Ich behalte die Waffe.

Shannon: Wir geben sie ihr.

Aller Augen richten sich auf Kate.

Charlie: Ja. Kate soll die Waffe haben.

Sayid: Von mir aus.

Boone rührt sich nicht. Sayid sieht ihn an.

Sayid: [Streng] Was ist?

Boone sieht von Sawyer zu Sayid hinüber, geht dann zu Kate und hält ihr die Waffe hin. Kate nimmt sie ihm ab.

RückblickBearbeiten

Ein Schafstall mit strohgefüllten Boxen. Kate wacht auf und blickt genau in den Lauf eines Gewehrs.

Ray Mullen: Guten Morgen.

Kate (als Annie): Morgen.

Ray Mullen: Du schläfst in meinem Schafstall.

Kate (als Annie): Tschuldigung.

Er setzt das Gewehr ab, und Kate rappelt sich rasch auf.

Ray Mullen: Wie bist du hergekommen?

Kate (als Annie): Zu Fuß.

Ray Mullen: Zu Fuß?

Kate (als Annie): Ja.

Ray Mullen: Von wo?

Kate (als Annie): Aus der Stadt.

Ray Mullen: Die Stadt ist 15 Kilometer weg.

Kate (als Annie): Wahrscheinlich bin ich deswegen so fertig.

Ray Mullen: Wie heißt du überhaupt?

Kate (als Annie): Annie.

Ray Mullen: Hast du Hunger, Annie?


SCHNITT. Die Küche der Farm. Kate sitzt am Tisch und isst Frühstück. Ray Mullen trägt den Wasserkessel zum Tisch hinüber.

Ray Mullen: Willst du mir erzählen, was du auf meinem Land zu suchen hast?

Kate (als Annie): Ich bin pleite.

Ray Mullen: Bist du Amerikanerin?

Er gießt heißes Wasser in ihre Tasse.

Kate (als Annie): Kanadierin. Bin mit dem College fertig und wollte mal die Welt bereisen. Australien war mein Traumziel. Ich flieg also nach Melbourne, aber.. ich hab keine Freunde hier. Also bin ich zu Fuß losgezogen.

Ray Mullen: Melbourne ist hundert Kilometer entfernt.

Kate (als Annie): Ich laufe gern.

Ray Mullen: Und da kommst du zufällig auf meine Farm?

Kate (als Annie): Ich steh auf's Landleben.

Ray setzt sich Kate gegenüber an den Tisch.

Ray Mullen: Mal auf einer gearbeitet?

Kate (als Annie): Ja.

Ray Mullen: Meine Frau ist am Mittwoch vor 8 Monaten gestorben. Hat mir viel Arbeit hinterlassen und ne Riesenhypothek. Wenn du mir bei der Arbeit hilfst, geb ich dir'n fairen Lohn und'n Platz zum Wohnen.

Sie denkt einen Moment darüber nach.

Kate (als Annie): Okay.

Sie hält ihm ihre Hand hin, damit er einschlägt und das Abkommen besiegelt.

Ray Mullen: Nein..

Er packt seinen rechten Arm auf den Tisch und klopft mit dem linken darauf. Es ist eine Prothese.

Ray Mullen: Ich bin Linkshänder.

Er lacht in sich hinein und ergreift ihre Hand mit der Linken. Kate lächelt. ENDE des RÜCKBLICKS.

InselabschnittBearbeiten

Hurley rennt durch den Sand.

Hurley: Alter ... Alter!

Er erreicht das kleine Krankenzelt und steckt den Kopf hinein. Drinnen versorgt Jack den Marshall.

Hurley: Hey Alter, sie sind wieder da.

Jack blickt auf den Marshall hinunter und sagt kein Wort.


SCHNITT zum Strandcamp. Sayid und der Rest der Gruppe sind wieder bei den anderen Überlebenden angekommen.

Sayid: Wie ihr alle wisst, haben wir gestern den Berg bestiegen, damit das Rettungsteam uns besser finden kann. Wir konnten kein Funksignal empfangen.

Die Menge stöhnt auf.

Sayid: Wir konnten keinen Hilferuf senden.

Die Menge stöhnt wieder.

Sayid: Aber wir geben nicht auf. Bringt mir eure elektronischen Geräte, eure Handys, Laptops. Damit kann ich das Signal verstärken und wir versuchen es nochmal. Doch das kann eine Weile dauern. Also müssen wir ab sofort unsere Essensvorräte einteilen. Wenn es regnet, müssen wir Planen aufspannen, um Wasser zu sammeln.

Kate sieht Jack und Hurley zur Gruppe hinüberkommen.

Sayid: Ich finde, wir sollten uns in drei Gruppen aufteilen. Jede Gruppe braucht einen Anführer. Eine Gruppe ist für Wasser zuständig. Die organisiere ich.

Kate wendet sich von der Menge ab und bahnt sich ihren Weg zu Jack hinüber.

Sayid: Wer übernimmt die elektronischen Geräte? Du?

Frau (Hintergrund): Ja, mach ich.

Sayid: Und das Essen?

Frau (Hintergrund): Gut, machen wir.

Sayid: Okay. Und dann sollten wir unbedingt noch ein paar Leute haben, die dafür sorgen, dass unsere Kommunikation untereinander funktioniert, [die Ansprache ist im Hintergund von Jacks und Kates Gespräch weiter zu hören] damit immer alle Bescheid wissen, was wir tun. Ich will, dass ihr drei die Anführer der Gruppen über die aktuellen Entwicklungen informiert, klar? Dann lasst uns sofort damit beginnen. Hat noch jemand eine Frage? Du? Was willst du wissen?

Hurley wirft Kate einen skeptischen Blick zu, als die zu Jack hinübergeht.

Kate: Hi.

Jack: Hey.

Kate: Ich, äh… ich muss dir was sagen.

Jack: [Nickt] Okay. Klar.

Hurley sieht die beiden zusammen weggehen.


SCHNITT. Jack und Kate gehen am Strand entlang

Kate: Wir konnten kein Signal senden, weil ein anderes Signal die Frequenz blockiert hat.

Sie bleiben stehen.

Kate: Dieses Signal... konnten wir hören. Es war der Notruf einer französischen Frau. Sie sagte, die anderen wären tot. Dass irgendwas sie alle umgebracht hätte. Und dass sie allein auf der Insel wäre. Ihr Hilferuf läuft seit sechzehn Jahren, Jack. Ich wollte, dass du das weißt.

Jack: Sonst noch was?

Das Geräusch der im Wind flatternden Zeltplane lenkt Kates Blick ab.

Kate: Wie geht's ihm? Dem, mit dem Metallding in der Brust.

Jack: Schwer zu sagen.

Kate: Ist er aufgewacht?

Jack: [Schüttelt den Kopf] Nur für ein paar Sekunden während des Eingriffs.

Kate: Hat er was gesagt?

Jack: [Schüttelt wieder den Kopf] Nein.

Kate nickt nachdenklich. Jack sieht Kate lange an.


Die Überlebenden sind eifrig mit ihren Organisationsaufgaben beschäftigt. Hurley und Jack tragen etwas abseits Flugzeugsitze zur Seite.

Hurley: Was hat sie gesagt?

Jack: Sie hat gar nichts gesagt.

Hurley: Aber sie weiß, dass du Bescheid weißt.

Jack: Ich weiß doch gar nichts.

Hurley: Aber du weißt, dass sie im Knast war. Und wir haben die Handschellen gefunden. Und der Kerl hat immer wieder gestöhnt: "Sie ist gefährlich, sie ist gefährlich".

Sie setzen die Sitze ab.

Jack: Das geht mich nichts an. Ist nicht mein Problem.

Er wendet sich ab um zurück zum Strand zu gehen. Hurley zögert einen Moment, läuft dann hinter ihm her.

Hurley: Ja, hast recht. Soll er sich um sie kümmern, wenn er wieder fit ist.

Jack: Der wird aber nicht fit, wenn wir kein stärkeres Antibiotikum finden.

Hurley: Und das, was ich aus dem Gepäck hab..?

Jack: [Unterbricht ihn] Hilft gegen Ohrentzündung und Fußpilz.

Hurley: Wir haben alles durchwühlt.

Jack: Was ist mit dem Zeug aus der Handgepäckablage?

Hurley: [zögernd] Das ist noch im Flieger.

Jack: Ja!

Hurley: Aber.. aber da liegen die Leichen. Die sind alle.. [Er zögert kurz] ... tot.

Jack: Ich erledige das. Kümmerst du dich um ihn? [Er deutet auf das Krankenzelt]

Hurley: Ja, klar. Mit Vergnügen. Mach ich.

Jack sieht zum Flugzeug hinüber. In der Ferne grollt Donner aus dunklen Wolken, die tief über dem Meer hängen.


SCHNITT. Jack durchsucht das Handgepäck im Flugzeug nach Medikamenten. Er hält eine Taschenlampe zwischen den Zähnen, um beide Hände zum Suchen frei zu haben. Hinter ihm raschelt es. Er fährt herum, guckt angestrengt und kann aber nichts erkennen und wendet sich wieder seiner Arbeit zu. Und wieder raschelt es hinter ihm. Als Jack aufsteht und sich umdreht, erblickt er Sawyer

Sawyer: Buh.

Jack: Was willst du hier?

Sawyer: Das gleiche wie du. Mir was holen.

Jack: Du plünderst.

Sawyer: Ahh! So würd ich das nicht ausdrücken.

Jack: Was ist in dem Sack?

Sawyer: Alkohol, Kippen, paar "Playboys." Was hast du?

Jack: Medikamente.

Sawyer: Tja, da kommen wir und wenigstens nicht in die Quere.

Jack: Machst du sowas auch zuhause? Tote ausrauben?

Sawyer: Junge, du musst dich mal mit den Tatsachen abfinden. Hier findet uns kein Mensch.

Sawyer springt von einer höher gelegenen Stelle herunter und geht auf Jack zu.

Sawyer: Du verschwendest deine Zeit damit, einen Typen zu retten, der vor ein paar Stunden noch'n Metallsplitter im Brustkorb hatte, der nen Elefanten umbringen würde.

Er seufzt.

Sawyer: Sag mir eins: Wie viele Pillen wirst du für den Kerl verbrauchen?

Jack: So viele wie nötig sind.

Sawyer: Ja? Wie viele hast du?

Jack antwortet nicht. Sawyer schnappt seine Tasche und geht auf den Ausgang zu.

Sawyer: Du siehst die Dinge noch nicht im Zusammenhang, Doc. Du bist noch in der Zivilisation.

Jack: Ach, ja? Und wo bist du?

Sawyer: [Lächelt] Ich? Ich bin in der Wildnis.

Er geht.


SCHNITT. Charlie entdeckt zwischen den Trümmern einen Rollstuhl. Nicht weit entfernt müht Claire sich mit einem großen Koffer ab.

Charlie: Hey, ich mach das schon.

Er zerrt den Rollstuhl hinter sich her und läuft zu ihr hinüber. Sie dreht sich zu ihm um.

Charlie: Ich helf dir.

Sie gibt ihm den Koffer.

Claire: Danke.

Charlie: Ich hab ihn, ich mach schon. Ja.

Er verstaut das große Gepäckstück oben auf dem Rollstuhl, wo bereits eine andere Tasche liegt.

Charlie: Wenn man's genau nimmnt, sind die, denen die gehört haben, besser dran als wir.

Sie wenden sich zum Gehen. Claire versucht zu helfen, doch Charlie lässt sie nicht.

Charlie: Ich mach schon.

Sie machen sich auf den Weg zu den anderen Taschen und Koffern.


SCHNITT. Sun gibt Jin eine große Tasche

Sun: [untertitelt] Ich glaube, ich hab deinen Koffer.

Jin: [untertitelt] Wirklich?

Sun nickt.

Jin: [untertitelt] Zeig mal.

Er wirft einen Blick darauf

Jin: [untertitelt] Nein. Das ist er nicht.

Sun: [untertitelt] Dann such ich weiter.

Sie wendet sich zum Gehen, doch Jin hält sie zurück.

Jin: [untertitelt] Komm her.

Sun: Hm?

Jin steht auf.

Jin: [untertitelt] Weißt du wie du aussiehst? Deine Kleider. Du bist schmutzig.

Er streicht ihr mit der Hand etwas Schmutz von der Wange. Sun hebt nachdenklich ihre eigene Hand an die Wange.

Jin: [untertitelt] Geh und wasch dich.

Sun wendet sich folgsam ab, die Tasche hinter sich herzerrend. Wieder hält Jin sie noch einmal zurück.

Jin: [Sanft] [untertitelt] Sun.

Sie dreht sich zu ihm um.

Jin: [Leise] [untertitelt] Ich liebe dich.

Sie lächelt, doch ihre Augen bleiben ernst.


SCHNITT. Charlie zieht den Rollstuhl mit den beiden Taschen darauf durch den Sand, während Claire neben ihm hergeht und versucht zu helfen wo sie nur kann.

Charlie: Wie geht´s dem Baby?

Claire: Ganz gut, glaub ich.

Charlie: Okay.

Sie bleiben stehen.

Charlie: Sag mal, dein.. dein Mann. War der.. auch im Flugzeug?

Claire: Nein, ich bin nicht verheiratet.

Charlie hebt die oberste Tasche herunter und stellt sie zu Boden.

Charlie: Oh.

Claire: Ja, ich weiß. Eine moderne, junge Frau.

Claire hilft ihm dabei, die zweite Tasche herunterzuheben.

Charlie: Weiß nicht. Wer braucht schon'n Mann, was? Verdammt nutzlos.

Claire lacht.

Claire: Und? Wie war euer Trip auf den Berg? Habt ihr was erreicht? Oder seid ihr ganz umsonst da raufgestiegen?

Charlie wirft einen Blick zum Berg hinüber, und das Lächeln gefriert ihm im Gesicht.


SCHNITT. Hurley kommt mit leeren Wasserflaschen aus dem Krankenzelt gerannt und stößt fast mit Kate zusammen.

Kate: Hey. Tschuldige.

Hurley wirft einen raschen Blick auf die leeren Flaschen in seiner Hand.

Hurley: [Nervös] Ich wollte grade Wasser holen.

Kate: Übrigens, ich bin Kate.

Hurley reicht ihr wohlerzogen die Hand.

Hurley: Hi, Kate.

Kate: Hi.

Hurley: Hurley.

Kate: [Nickt und lächelt] Ich wollte eigentlich zu Jack und dachte, er wär vielleicht da drin.

Hurley: Ja -- nein. Er besorgt Medikamente. Da drüben.

Kate versucht Hurleys Armdeutung zu folgen und dreht sich dabei etwas um. Die Waffe steckt sichtbar im Hosenbund ihrer Jeans. Hurley schaut auf die Waffe.

Kate: Wo, im Flugzeugrumpf?

Hurley: [Nervöser] Wie? Ja... ja.. er ist.. aalso, ich muss jetzt dringend Wasser holen.

Er hastet davon. Kate sieht ihm nachdenklich hinterher.


SCHNITT. Etwas später am selben Tag. Über dem Meer grollt Donner. Sayid und eine paar andere errichten kleine Wasserauffangbecken aus Planen und Trümmerstücken. Schon fängt es an zu regnen, und die Leute rennen auf der Suche nach einem trockenen Unterschlupf auseinander.


SCHNITT. Der Marshall liegt im Krankenzelt und schläft. Kate taucht direkt neben seinem Krankenlager auf, beugt sich über ihn und blickt ihm genau ins Gesicht. Während der Regen auf das Zeltdach trommelt, erinnert sie sich…

RückblickBearbeiten

Die Farm von Ray Mullen bei Nacht. Kate öffnet die Speisekammertür und knipst das Licht darin an. Sie nimmt ein paar Einweckgläser von einem Regal und montiert vorsichtig das Wandbrett dahinter ab. Blickt sich einmal prüfend um, ehe sie die Hand in den Hohlraum dahinter steckt, eine Dose hervorholt und Geld herausnimmt.

Das Licht in der Küche geht an. Kate bleibt wie erstarrt stehen. Ray Mullen kommt herein.

Ray Mullen: Die Bank hätte mindestens nen Toaster springen lassen, wenn du da'n Konto eröffnet hättest.

Kate stopft das Geld in ihre Jackentasche.

Kate (als Annie): Was soll ich mit nem Toaster?

Ray Mullen: Du versteckst deinen Lohn in ner Konservendose, Annie. Ich mein, ich hätte das Geld für dich aufheben können.

Kate (als Annie): Du weißt doch, ich trau keinem.

Sie knipst das Licht in der Speisekammer wieder aus und schließt die Tür.

Ray Mullen: Du wolltest dich nichtmal verabschieden?

Sie nimmt ihren Rucksack auf.

Kate (als Annie): Hab'n Zettel dagelassen.

Ray Mullen: Du bist seit fast drei Monaten hier, Annie, und jedes Mal, wenn ich dich was Persönliches frage, kriegst du so einen Blick. Ja, den mein ich. Also lass ich dich in Ruh. Wer weiß, vielleicht hast du eine unglückliche Liebesbeziehung erlebt und bist weggelaufen. Ich wusste, dass du eines Tages gehst. Ich hab nur gehofft, es wär nicht mitten in der Nacht.

Kate (als Annie): Tut mir leid.

Ray Mullen: Ja. Mir auch.

Kate wendet sich zur Tür. Ray hält sie zurück.

Ray Mullen: Hey, Annie, wie wär's, wenn du heut Nacht noch hier bleibst, hm? Und ich fahr dich gleich morgen früh zum Zug. Versprochen.

Kate denkt einen Moment darüber nach, lächelt dann.

Kate (als Annie): Okay.

Sie lässt den Rucksack von ihrer Schulter gleiten.

Ray Mullen: Gut. Weißt du, ich versteh das. Jeder verdient einen Neuanfang.

Kate starrt ihn nur an.

InselabschnittBearbeiten

Donner grollt über dem Krankenzelt. Kate betrachtet den Marshall immer noch. Plötzlich öffnet er die Augen, erkennt sie und packt sie am Hals, drückt zu. Kate keucht auf, versucht, sich von ihm loszumachen, doch er ist zu stark. Er drückt die Hände um ihren Hals zusammen, fährt hoch, als Kate nach hinten stürzt. Und hört nicht einen Moment auf, sie zu würgen.

Jack betritt das Zelt.

Jack: Verdammt noch mal! Nein!

Er reißt die Hände des Marshalls von Kate los und drückt ihn zurück auf sein Lager. Kate rappelt sich mühsam auf Händen und Füßen auf und versucht wieder zu Atem zu kommen. Jack überprüft die Vitalzeichen des Marshalls. Der Marshall atmet nicht.

Jack: Atmen! Atmen Sie! Sehen Sie mich an! Los, sehen Sie mich an!

Kate auf dem Boden keucht nach Luft.

Jack: [Anschuldigend] Was hast du getan?

Kate: Ich wollte nur sehen, ob er...

Jack prüft mit der Taschenlampe die Reaktion von Marshalls Pupillen.

Kate: [Rau] Er hat mich angegriffen. Er hat mich gepackt. Ist er... wird er es schaffen?

Jack: Er spricht nicht auf die Antibiotika an. Er hat innere Blutungen und mindestens 40° Fieber. Und sein Abdomen ist verhärtet.

Er sieht Kate an. Kate versteht.

Jack: Er braucht Wasser.

Jack fährt herum und verlässt das Zelt. Kate rappelt sich auf und folgt ihm. Erst draußen holt sie ihn ein.

Kate: Was wirst du jetzt unternehmen?

Jack: Was meinst du?

Kate: Na, seinetwegen.

Jack: Ich sag doch, er braucht Wasser.

Kate: Wird er leiden müssen?

Er starrt sie an, fassungslos.

Jack: Was?!

Kate: [Langsam] Wird es schnell... gehen, Jack?

Jack: Nein, es wird nicht schnell gehen. Zwei, drei, vielleicht vier Tage.

Kate: Wird er das mitkriegen?

Jack: Ja, das wird er mitkriegen.

Jack geht zum Wasserauffangbecken hinüber und schöpft mit einer Plastikflasche Wasser heraus.

Kate: Kannst du ihm das nicht ersparen?

Jack dreht sich langsam zu Kate um, wirft ihr einen Blick zu und geht zu ihr hinüber.

Jack: Ich hab dein Polizeifoto gesehen, Kate. Ich bin kein... Mörder.

Damit geht er zurück zum Krankenzelt. Kate folgt ihm nicht. Sie bleibt verzweifelt im Regen stehen.

RückblickBearbeiten

Ray Mullen fährt Kate in seinem Truck zurück in die Stadt. Patsy Cline singt im Radio.

Patsy Cline: [Song aus dem Radio] If you've got leavin' on your mind (Wenn dir das Weggehen im Kopf herumschwirrt)

Ray Mullen: Hört man Patsy Cline auch in Kanada?

Kate (als Annie): Klar, Patsy Cline hört man überall.

Ray Mullen: Hast du Hunger?

Kate (als Annie): Ich esse im Zug.

Ray Mullen: Bist du sicher? Im nächsten Ort machen sie prima Hamburger.

Kate bemerkt, dass Ray immer wieder verstohlen in den Rückspiegel schaut.

Kate (als Annie): Was suchst du im Spiegel, Ray?

Ray Mullen: Was?

Kate wirft einen Blick in den Seitenspiegel und bemerkt dicht hinter ihnen einen schwarzen Wagen. Sonst ist die Straße vollkommen leer.

Ray Mullen: Wieso?

Patsy Cline: [Song aus dem Radio] Tell me now, get it over with... (Sags mir jetzt, bring es hinter dich..)

Kate sieht Ray an, blickt dann rasch nach hinten. Und wieder zu Ray hinüber. Er bringt es nicht über sich, ihr in die Augen zu sehen.

Kate (als Annie): Seit wann weißt du es?

Ray Mullen: Ein paar Tage. Ich hab dein Foto im Postamt gesehen. Sie wussten anscheinend, dass du hier im Land bist.

Kate (als Annie): Wieso?

Ray Mullen: Die Belohung ist 23.000 Dollar. Ich hab´s dir doch erzählt. Diese Riesenhypothek. Aber falls dich das irgendwie tröstet, war ne schwere Entscheidung, Annie.

Kate: [ärgerlich] Ich heiß nicht Annie.

Plötzlich fährt das schwarze Auto hinter ihnen auf die andere Spur hinüber, holt auf und fährt neben ihnen, bis beide Fahrzeuge auf gleicher Höhe sind. Kate sieht zum Fahrer hinüber. Es ist der Marshall. Er sieht sie an und zeigt mit dem Zeigefinger direkt auf sie, als wäre es eine Waffe in seiner Hand, und grinst. Kate starrt ihn nur an.

InselabschnittBearbeiten

Kate steht immer noch draußen im Regen, sieht sich um, senkt kurz den Kopf. Dann dreht sie sich um.


Der Strand. Walt läßt Steine über ein gelbes Metallstück rollen. Michael kniet draußen im Regen und arbeitet an dem Schutzdach, das er für sie beide gebaut hat

Michael: Wer ist der Kerl, bei dem du warst?

Walt: Welcher Kerl?

Michael: Der mit der Glatze.

Walt: Oh, Mr. Locke?

Michael: Mr. Locke.

Er setzt sich zu Walt unter das Dach.

Michael: Hat Mr. Locke auch Kinder?

Walt: Hat er nicht gesagt.

Michael: Was hat er denn gesagt?

Walt: [Zuckt mit den Schultern] Weiß nicht.

Michael: Wie, du weißt nicht, Walt? Was hat er gesagt?

Walt: Er hat mir'n Geheimnis verraten.

Michael: [Alarmiert] Sagt er, ich soll's nicht wissen?

Walt: Nein.

Michael: Was ist das für'n Geheimnis?

Walt: [Zögernd] Mr. Locke sagt, ihm ist ein Wunder widerfahren.

Michael: Ja, uns allen ist ein Wunder widerfahren. Wir haben den Absturz überlebt. Hör zu, ich will nicht, dass du bei dem Typ rumhängst.

Walt: Wieso nicht? Er ist mein Freund.

Michael rückt vorsichtig näher an Walt heran.

Michael: Hey, ich bin auch dein Freund.

Walt: Wenn du mein Freund wärst, würdest du Vincent suchen.

Michael: Walt ... hör zu, ich geb die Suche nach ihm nicht auf. Ich werde alles tun was ich kann, um ihn zu finden.

Walt: Von wegen.

Michael: Doch, Walt, das mach ich.

Walt: Dir ist Vincent doch egal.

Michael: Ich bring dir deinen Hund, sobald es aufhört zu regnen.

Walt schüttelt den Kopf und sieht weg.

Michael: Hey, hör mir zu, ich werde deinen Hund finden.

Da hört es auch schon auf zu regnen.


SCHNITT. Michael stapft durch hohes Gras und spottet über sich selbst.

Michael: Mann! "Sobald es aufhört zu regnen." Ganz toll. "Ich werde deinen Hund finden." Ja, logisch, klar. Ich schlag mich einfach durch den verdammten Dschungel und such deinen..

Ganz in der Nähe hört er plötzlich ein Rascheln, doch das Gras ist so hoch, daß er nichts sehen kann.

Michael: [Ruft] Vincent?

Irgendwo direkt vor ihm klingt ein Knurren auf, das tatsächlich von einem Hund herrühren könnte.

Michael: Vincent? Vincent, bist du's?

Das Knurren wird lauter. Und klingt nun nicht mehr nach einem Hund, sondern nach etwas viel größerem.

Michael fährt herum und rennt so schnell er kann zurück zum Strand, bricht durch die Böschung und läuft direkt in Sun hinein. Sie ist von der Taille aufwärst unbekleidet, wäscht sich und ist mehr als erschrocken über Michaels unerwartetes Auftauchen

Michael: Oh.

Sun wendet beschämt den Blick ab. Michael hält sich die Augen zu.

Michael: Da war..eh.. irgendwas hinter mir her, darum..

Sun bedeckt sich rasch mit ihren überkreuzten Armen.

Michael: Jetzt hör ich's auch nicht mehr. Äh, aber Sie sollten vielleicht am Besten auch ... a-abhauen.

Er senkt den Kopf. Hebt ihr Hemd auf und gibt es ihr.

Michael: Äh ... Ich seh gar nicht hin.

Er geht hastig an ihr vorbei, murmelt leise.

Michael: Hören Sie. Also, falls Sie das denken, ich.. wirklich, ich hab nichts gesehn.

Sun sieht ihm über ihre bloße Schulter hinweg nach.


SCHNITT. Der Marshall liegt auf seinem Krankenlager, stöhnt und keucht vor Schmerzen.


SCHNITT. Locke sitzt etwas abseits und schnitzt an einem Stück Holz herum. Charlie kommt zu ihm hinüber. Im Hintergrund sind deutlich die Schmerzensschreie des Marshalls zu hören. Charlie wirft einen Blick zum Zelt hinüber. Locke arbeitet unbeirrt weiter an dem Stück Holz. Charlie setzt sich neben ihn.

Charlie: Was machen Sie?

Locke: Eine Pfeife.

Charlie: Aha.. Ich hab auch mal so Stammesflöten benutzt bei Plattenaufnahmen.

Locke sagt nichts.

Charlie: Ich bin in ´ner Band.

Der Marshall stöhnt laut auf. Charlie wirft einen nervösen Blick zum Zelt hinüber.


SCHNITT. Shannon geht am Strand entlang. Des Marshalls Schmerzensschreie schallen herüber. Sie lassen keinen von den Umstehenden los. Boone sitzt im Sand und starrt vor sich hin. Shannon kniet sich hinter ihn.

Shannon: [Mit einem Blick auf das Zelt] Ich wünschte, der Typ würde endlich sterben.

Boone: Wie mitfühlend, Shannon.

Im Hintergrund bahnt sich Sayid seinen Weg zu Jack hinüber, der die Wasserflaschen auffüllt.

Sayid: Kann ich vielleicht irgendwie helfen?

Jack: Nein, geht schon. Danke.

Jack wendet sich wieder dem Zelt zu. Sayid folgt ihm.

Sayid: Die anderen werden nervös. Sie wollen wissen, was im Zelt los ist.

Jack: Ich versuch, ihm das Leben zu retten.

Sayid: Manche bezweifeln, dass du das kannst.

Beide schweigen für einen Moment. Der Marshall stößt einen neuen lauten Schmerzensschrei aus. Jack lässt Sayid stehen und eilt zum Zelt hinüber.


SCHNITT. Es ist Nacht geworden. Kate schichtet Holz zu einem Feuer auf. Des Marshalls schmerzerfüllte Schreie gehen durch Mark und Bein. Kate sucht in ihrer Hosentasche nach Streichhölzern. Doch sie sind alle. Sie lässt sich auf die Knie in den Sand fallen.

Sawyer zündet sich eine Zigarette an.

Sawyer: Brauchst du Feuer?

Kate wirft ihm einen Blick zu und nickt. Sawyer wirft ihr das Feuerzeug zu. Sie fängt es auf und zündet ihr kleines Feuer damit an.

Sawyer: Ich wollt mich bei dir bedanken. Willst du nicht wissen wofür?

Kate: Wofür?

Er setzt sich ans Feuer.

Sawyer: Dass du mir die Knarre abgenommen hast.

Kate: Ich hab sie dir nicht abgenommen.

Sawyer: Sie schaut aus deiner Jeans raus.

Sie wirft ihm einen Blick zu.

Sawyer: Ich bin jedenfalls froh, dass ich grad keine Waffe hab. Ich meine jeder, der hier sitzt und hört wie der arme Kerl die ganze Nacht schreit, weiß was zu tun ist. Aber der einzige, der was tun kann, ist der mit der Waffe.

Kate schaut ihn wieder an.

Sawyer: Jetzt tu nicht so überrascht. Du hast doch das gleiche gesagt zu unserem Helden.

Er steckt sich die Zigarette zwischen die Lippen.

Sawyer: Und es ist bloß noch eine Kugel da. [Er nimmt die Zigarette heraus] Hätte was verdammt poetisches.

Er starrt sie an. Doch sie sagt nichts. Hinter ihnen schreit und stöhnt der Marshall.


SCHNITT ins Zelt. Der Marshall ist wach, er zittert und keucht vor Schmerz. Jack taucht einen Lappen ins Wasser und tupft damit des Marshalls Lippen ab, um ihn etwas trinken zu lassen.

Marshall: Hören Sie mir zu...

Jack: Nein, Sie dürfen nicht sprechen.

Marshall: Hören Sie mir zu. Unabhängig davon, was sie macht und was Sie für sie empfinden, Sie dürfen kein Wort von dem glauben, was sie sagt.Sie.. würde alles tun, um zu entwischen.

Jack: Was hat sie getan?

Marshall: Ich will mit ihr reden.

Jack: Sagen Sie mir, was sie getan hat.

Marshall: Ich will mit ihr reden und zwar allein.

Jack zögert. Der Marshall starrt ihn ungläubig an.

Marshall: Sie hat Sie schon verhext, hm?

Er fängt an zu husten. Jack starrt auf ihn herunter und rührt sich nicht.


Es ist immer noch Nacht. Kate geht den schmalen Weg zum Zelt hinüber. Die Schmerzen des Marshalls sind deutlich zu hören. Im Bund ihrer Jeans steckt sichtbar die Waffe. Sie bleibt stehen und starrt das Zelt an. Erinnert sich…

RückblickBearbeiten

Der Marshall fährt in seinem schwarzen Wagen neben Ray Mullens Truck. Er formt seine Hand zu einer Waffe und schießt damit spielerisch auf Kate. Und grinst.

Ray Mullen sieht zu Kate hinüber. Dann zurück auf die Straße. Von vorne nähert sich ein entgegenkommendes Fahrzeug. Es hupt. Der Marshall reiht sich wieder hinter dem Truck ein. Das entgegenkommende Auto fährt vorbei.

Plötzlich greift Kate ins Steuer. Ray Mullen verliert die Kontrolle über den Truck, dieser schlingert über die Straße und kippt und überschlägt sich ein paar Mal, ehe er abseits vom Straßenrand liegenbleibt.

Kate ist unverletzt, doch Ray hat das Bewusstsein verloren. Der Motor brennt und Benzin läuft aus. Kate stößt die Tür auf und zieht Ray Mullen aus dem brennenden Truck, zerrt ihn aus der Gefahrenzone und reißt dabei aus Versehen die Armprothese ab, hält nicht inne - kämpft und quält sich - ehe sie nicht den Straßenrand erreicht hat. Ein Truck rast haarscharf an ihnen vorbei.

Kate steht auf und blickt um sich.

Eine Pistole klickt.

Der Marshall steht genau hinter ihr und hält ihr seine Waffe an den Kopf

Marshall: Hi, Kate.

Kate sieht ihn an.

InselabschnittBearbeiten

Kate steht jetzt im Krankenzelt und sieht auf den Marshall hinunter.

Marshall: Was wolltest du?

Kate: [Schüttelt den Kopf] Was?

Marshall: Deine Bitte.

Kate: Ich hab keine Ahnung, was Sie meinen.

Marshall: Was du gesagt hast - bevor wir abgestürzt sind. Du wolltest mich um was bitten.

RückblickBearbeiten

Das Flugzeug gerät in heftige Turbulenzen, wackelt und zittert.

Kate: Eine Bitte hätte ich.

Marshall: Wirklich.? Wie amüsant. Was...

Das Flugzeug macht einen Satz, die unangeschnallten Passagiere werden gegen die Decke geschleudert. Über dem Sitz des Marshalls stürzt ein Metallkoffer herunter und prallt auf seinen Kopf. Blut rinnt ihm über die Stirn. Er hebt die Hand, betastet seinen Kopf. Blut tropft an seinen Fingern herunter.

Alarmsignale schrillen auf. Die Leute fangen an wie wild zu schreien. Die Sauerstoffmasken fallen herunter.

Hinten kracht und quietscht das Gehäuse des Flugzeugs. Und plötzlich bricht das gesamte hintere Ende des Flugzeugs ab, Leute werden herausgeschleudert. Und nichts als ein riesigen Loch bleibt zurück. Das Flugzeug stürzt ab.

InselabschnittBearbeiten

Kate starrt den Marshall an.

Marshall: Und?

Kate: Ob Sie dafür sorgen könnten, dass Ray Mullen seine 23.000 kriegt.

Das Lachen des Marshalls verwandelt sich in einen keuchenden Husten. Kate kniet sich neben ihn.

Marshall: Was, der Kerl, der dich verraten hat?

Kate: Er hat ne Riesenhypothek.

Marshall: Kate. Du bist wirklich was Besonderes. Du wärst entwischt, wenn du ihm nicht geholfen hättest.

Kate: Falls Sie's noch nicht wissen sollten, ich bin entwischt.

Marshall: Für mich siehst du nicht frei aus [Sie sieht ihn nicht an] Kate, ich werde sterben, richtig?

Sie starrt ihn an, nickt dann langsam.

Kate: Ja.

Marshall: Na, und... wirst du es tun, oder was?


SCHNITT. Jack steht etwas abseits vom Zelt und starrt auf das Meer hinaus. Hurley nähert sich ihm.

Hurley: Yo. Und? Wo ist die Entlaufene?

Jack: Im Zelt.

Hurley: Du lässt sie da allein?

Jack: Was soll sie schon tun? Sie bringt doch keine 50 Kilo auf die Waage.

Hurley: Ja, aber sie hat ne Knarre.

Jack: Was?

Jack fährt herum und rennt zurück zum Zelt.

Hurley: Sie ist bewaffnet, Mann, ich hab's gesehn. Sie hat das Ding in ihrer... ihrer...

Kurz bevor er das Zelt erreicht, bleibt er stehen, als er Kate am anderen Zeltende herausgehen sieht.

Jack: [Ruft nach ihr] Kate!

Kate dreht sich um und sieht ihn an.

Im Hintergrund ertönt ein Schuss. Jack zuckt zusammen. Kate geht einfach weiter.

Sawyer kommt mit der Waffe in der Hand aus dem Zelt.

Jack: Was hast du getan?

Sawyer: Was du nicht konntest.

Jack will zum Zelt hinüber, doch Sawyer hält ihn fest.

Sawyer: Ich versteh, dass du das nicht bringen kannst, weil du Arzt bist und so. Aber er wollte es so, er hat mich darum gebeten. Mir gefällt das genau so wenig wie dir, aber einer musste was tun.

Aus dem Zelt dringen plötzlich qualvolle Hustengeräusche. Jack und Sawyer drehen sich ungläubig zum Zelt um.

Hurley: Oh, das darf nicht...

Jack starrt Sawyer an. Der sieht entsetzt aus.

Hurley: Leute ...

Jack läuft ins Zelt. Sawyer folgt ihm, bleibt am Eingang stehen.

Jack kniet sich neben den Marshall, überblickt die Situation rasch, greift nach Tüchern und drückt sie auf die Wunde.

Er sieht zu Sawyer hinüber.

Jack: Du hast ihm in die Brust geschossen?

Sawyer: Ich hab auf sein Herz gezielt.

Jack: Du hast daneben geschossen.

Hurley steht draußen und hört alles mit an.

Hurley: Mann, der.. atmet ja noch.

Jack prüft des Marshalls Atmung.

Jack: Du hast seine Lunge getroffen. Es dauert Stunden bis er verblutet ist.

Sawyer: Da war nur noch.. eine Kugel übrig.

Jack: Raus hier. [Schreit ihn an] Raus hier!

Sawyer starrt ihn entsetzt an. Hurley ergreift draußen lieber die Flucht.

Hurley: Oh, Mann.

Sawyer steht noch einen Augenblick am Eingang, unfähig sich zu rühren, unfähig zu begreifen, was passiert ist. Dann dreht er sich um und geht.

Er macht ein paar Schritte weg vom Zelt, bleibt stehen und greift in seine Tasche, holt eine Schachtel Zigaretten heraus und steckt sich eine zwischen die Lippen.

Im Hintergrund klingen des Marshalls röchelnd-blubbernd gepeinigte Atemversuche auf.

Sawyer nimmt sein Feuerzeug zur Hand und versucht die Zigaretten anzuzünden. Versucht es wieder. Doch es will nicht funktionieren.

Der Marshall quält sich weiter.

Sawyer feuert die Zigarette zu Boden.

Sawyer: Oh verdammt!

Er macht keine Anstalten, wegzugehen. Steht wie angewurzelt.

Marshall: [Kläglich] Oh ... oh ...

Dann verstummt das Röcheln.

Sawyer braucht einen Moment, ehe ihm klar wird, dass es im Zelt ganz still geworden ist. Er dreht sich um und sieht hinüber.

Jack kommt aus dem Zelt. Er atmet heftig. Und geht ohne ein Wort an Sawyer vorbei zum Strand hinunter.


Der nächste Morgen. Locke hat die Pfeife fertiggeschnitzt. Er sitzt im Sand, sieht zum Wald hinüber und pfeift einmal. Ein sehr hoher Ton klingt auf. Er hält inne und betrachtet eingehend die Bäume. Dann pfeift er noch einmal. Sieht wieder zu den Bäumen hinüber. Und versucht es ein drittes Mal.

Im Gebüsch raschelt es. Locke hält inne, blickt angestrengt und kann doch nichts sehen. Pfeift wieder.

Da ertönt Hundegebell. Vincent kommt durch die Bäume zum Strand heruntergelaufen und legt sich vor Locke auf den Boden.


SCHNITT. Locke bahnt sich seinen Weg über den Strand. Die Menschen ringsum wachen gerade erst auf.

Locke geht dort hinüber, wo Michael und Walt noch schlafen. Er kniet sich neben Michael und klopft ihm sacht auf die Brust. Michael fährt augenblicklich hoch.

Locke: Shh. [Flüstert] Ich habe den Hund gefunden.

Michael: Was?

Locke: Vincent. Ich hab ihn da drüben an einen Baum gebunden. [Michael sieht in die Richtung, in die Locke deutet] Ich weiß, dass Walt seine Mom verloren hat und da dachte ich, es wäre gut, wenn Sie ihm seinen Hund wiederbringen würden.

Locke deutet noch einmal in die Richtung und steht wieder auf.

Michael: Hey, danke.

Locke: Bitte.

Er geht weg. Michael wirft dem schlafenden Walt einen Blick zu.


SCHNITT. Die Wellen des Meeres brechen sich schäumend am Strand.


SCHNITT. Jack sitzt allein an einer einsamen Strandstelle und starrt aufs Meer hinaus. Er ist ganz in seinen Gedanken versunken. Kate kommt langsam auf ihn zu, setzt sich neben ihn. Er wirft ihr einen kurzen Blick zu und sieht dann wieder aufs Meer hinaus.

Kate: Ich will dir sagen, was ich getan habe. Warum er hinter mir her war.

Doch er schüttelt den Kopf.

Jack: Ich will's nicht wissen. Es spielt keine Rolle mehr, Kate. Wer wir waren, was wir früher waren, vor dem Crash. Nicht mehr wichtig...

Er sieht wieder aufs Meer hinaus.

Jack: Vor drei Tagen sind wir alle gestorben. Jetzt darf jeder noch mal neu anfangen.

Sie sieht ihn lange an.

Kate: Okay.

Jack: Okay.


SCHNITT. Verschiedene Bilder der Überlebenden am Strand.

Hurley sitzt im Sand und hört Walkman. Er hebt seinen Schuh und kippt den Sand darin aus, klopft, damit auch aller Sand herausfällt, und stellt den Schuh dann beiseite. Er wirft einen Blick auf die anderen ringsum.

Jin geht am Strand entlang und wischt sich mit einem Handtuch den Schweiß vom Nacken, steckt das Tuch in seine Tasche und geht zu seinem kleinen zusammengebauten Unterschlupf hinüber. Sun schläft noch darin. Jin kniet sich neben sie und streicht ihr sanft eine Haarsträhne von der Wange.

Shannon sitzt allein da und starrt vor sich hin. Boone kommt zu ihr hinüber und hält ihr eine Sonnenbrille hin. Shannon sieht verwundert zu ihm auf. Nimmt die Brille und starrt sie an. Boone geht wieder weg. Und lächelt. Shannon sieht ihm nach. Und lächelt ebenfalls.

Sayid geht am Strand entlang, wirft einen Apfel hoch in die Luft und fängt ihn wieder auf. Sawyer sitzt allein etwas abseits. Ohne seinen Schritt auch nur zu verlangsamen, wirft Sayid Sawyer den Apfel zu. Der blickt auf und fängt ihn. Sie tauschen kaum einen Blick. Sayid geht weiter. Sawyer sieht auf die Frucht in seiner Hand herunter, dann hinter Sayid her.

Charlie sitzt auf einem der Flugzeugreifen und malt den Buchstaben auf seinem kleinen Finger nach. Claire sitzt ganz in der Nähe im Sand und streichelt ihren Bauch. Charlie ändert einen der Buchstaben. Macht aus dem F ein L. Nun heißt es zusammen L-A-T-E. (Spät). Er betrachtet sein Werk einen Moment. Und malt weiter.

Walt klettert über die Trümmer und sieht äußerst gelangweilt aus. Da kommt Michael zurück zum Strand, neben sich an einer Leine führt er Vincent. Walt fängt augenblicklich an zu strahlen und rennt zu ihnen hinüber. Vincent zerrt und will loslaufen, zu Walt hinüber, zieht Michael hinter sich her. Walt umarmt seinen Hund stürmisch. Michael sieht zu und lächelt.

Etwas abseits sitzt Locke und beobachtet mit unbewegter Miene die Szene.


Aufgeschrieben von Willow und Nordlys

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