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2.14 Einer von Ihnen/Transkription

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Informationen zu dieser Episode

RückblickBearbeiten

Die Folge beginnt mit dem singenden Klang einer abstürzenden Bombe. Irakische Soldaten sind in aller Eile damit beschäftigt, Akten, Papiere und sämtliche vorhandene Unterlagen zu verbrennen und zerschreddern. Eine Bombe explodiert in der Nähe, und sie zucken zusammen. Staub und Schutt rieseln von der Decke. Einer der Männer, Tariq, treibt die anderen barsch an. Seine Kommandos sind untertitelt.

Tariq: [Sie kommen näher! Macht schneller!]

Wieder schlägt eine Bombe ein, und im Raum fallen Schränke und Kisten um. Einen Moment lang ist vor lauter Qualm und Rauch nichts zu sehen. Die Männer sind nervös und hektisch. Tariq treibt sie weiter gnadenlos an.

Tariq: [Verbrennt das! Schreddert schneller! Beeilt euch!]

Sayid steht über einem Eimer und verbrennt Unterlagen.

Tariq: [Sayid! Nimm diese Akten! Verbrenn sie!]

Sayid läuft zu ihm hinüber, nimmt weitere Stapel Papier und wirft sie in den Eimer, wird zurückgeworfen, als wieder eine Bombe einschlägt.

Tariq: [Macht weiter, ihr Feiglinge! Wir gehen, wenn ich es sage!]

Einer der Männer hat für einen Moment verängstigt innegehalten, und Tariq geht brutal auf ihn los.

Tariq: [Hörst du wieder auf, erschieß ich dich eigenhändig. Ich bin dein Vorgesetzter, und du tust...]

In diesem Moment wird die Tür aufgetreten und eine Gruppe von U.S. Armee-Soldaten stürmt mit erhobenen Waffen in den Raum. Sie brüllen auf Englisch auf die erschrockenen Männer ein.

Soldat: Auf den Boden!

Nicht alle folgen ihren Befehlen augenblicklich. Einige werfen sich auf den Boden und nehmen die Hände über den Kopf, doch ein oder zwei andere shreddern und verbrennen wie von Sinnen weiter.

Sgt. Bucelli: Du, nein, nein, nein, weg mit der Waffe! Runter!

Soldat: Keine Bewegung! Hör auf das zu verbrennen!

Sgt. Bucelli: Du sollst dich hinlegen!

Sayid und Tariq liegen nebeneinander flach auf dem Boden.

Sgt. Bucelli: Wer hat das Kommando?

Niemand antwortet.

Sgt. Bucelli: Ich hab gefragt, wer das Kommando hat.

Sayid wirft Tariq einen raschen Blick zu, doch Tariq rührt sich nicht. Ganz am Ende des Raumes steht immer noch ein einzelner irakischer Soldat und verbrennt weiter ein Blatt Papier nach dem anderen.

Sgt. Bucelli: Man sollte ihm sagen, dass er aufhören soll, sonst ist er tot, bei Gott.

Soldat: Sie verstehen uns nicht, Sergeant.

Sgt. Bucelli: Die verstehen uns. Hört mir zu! Bei drei schieße ich.

Sayid sieht besorgt auf.

Sgt. Bucelli: Eins, zwei...

Und Sayid springt hastig auf und ruft dem Mann zu.

Sayid: [Hör auf oder sie erschießen dich.]

Der Mann bleibt sofort wie angewurzelt stehen, legt die Hände über den Kopf. Der Sergeant faßt Sayid scharf ins Auge.

Sgt. Bucelli: Du da! Hast du das Kommando hier?

Sayid: Nein, habe ich nicht.

Sgt. Bucelli: Wer dann?

Sayid wirft Tariq wieder einen kurzen Blick zu. Der macht noch immer keine Anstalten, sich zu rühren.

Sayid: Hier ist keiner mit Befehlsgewalt. Unser Vorgesetzter hat sich abgesetzt. Nach Hillah.

Sgt. Bucelli: Schön, dass du uns verstehst, Abdul, aber du lügst, und das ist nicht so schön.

Er versetzt Sayid einen Schlag mit seinem Gewehr.


Auf dem Stützpunkt herrscht hektisches Treiben. Eine Gruppe Soldaten bahnt sich ihren Weg in einen eingezäunten Hof, wo unzählige irakische gefangene Soldaten auf dem Boden knien. Sayid ist einer von ihnen. Hinter ihm bleiben sie stehen.

Stimme: [im Hintergrund] Ich werde sie jetzt durchsuchen lassen...

Sgt. Bucelli: Das ist er, Sergeant.

Der Mann neben ihm ist Kates Vater, Sgt. Austen. Die Männer zerren Sayid auf die Füße.

Sgt. Austen: Komm mit, Amigo. [Sie führen ihn mit sich vom Hof]

Stimme: [im Hintergrund] Wir bleiben schön ruhig. Keiner bewegt sich..

Sgt. Austen: Junge, wir sind hier genauso ungern wie du, aber dein Kumpel Saddam musste ja unbedingt in Kuwait einmarschieren. Jetzt sind wir hier.

Sie führen Sayid über das Gelände.

Sgt. Austen: Bucelli hat uns berichtet, dass du uns verstehen kannst. Hast du schonmal übersetzt?

Sayid: Offiziell nicht.

Sgt. Austen: Na also, wenn du weißt, was offiziell bedeutet, kommen wir schon klar. Ein Apache-Hubschrauber ist vor zwei Tagen in diesem Sektor abgestürzt. Unsere Informanten haben uns gesagt, dass der Pilot gefangen genommen wurde. Wir wollen diesen Piloten dringend zurück. Er wurde zum Kommandeur der Nachrichtenabteilung der Republikanischen Garde gebracht, einem gewissen Tariq. Kennst du ihn?

Er bleibt stehen und sieht Sayid an.

Sayid: Ja, er war unser befehlshabender Offizier.

Sgt. Austen: Weißt du, wo er sich aufhält?

Sayid: Als das Bombardement anfing ist er geflohen, nach Hillah.

Sgt. Austen: Nach Hillah?

Sayid: Ja, genauso war's...

Der Sergeant öffnet eine Tür und führt Sayid hinein.

Sgt. Austen: Willkommen in Hillah.

Dort im Raum an einem Tisch sitzt Tariq.

InselabschnittBearbeiten

Sayid steht abseits des Camps vor einem Wasserbassin und schüttet sich kaltes Wasser über Gesicht und Haare. Hinter ihm kommt Ana-Lucia aus dem Dschungel gelaufen, bleibt neben ihm stehen, wirkt aufgeregt.

Ana-Lucia: Wo ist Jack?

Sayid: Warum?

Als nächstes sehen wir Ana-Lucia und Sayid zusammen durch den Dschungel laufen. Ana-Lucia bleibt schließlich stehen und deutet auf etwas in der Ferne.

Ana-Lucia: Da. Siehst du?

Dort schleicht Danielle mit ihrem Gewehr über der Schulter leise durchs Gebüsch. Sayid starrt einen Moment still zu ihr hinüber. Dann wendet er sich an Ana-Lucia.

Sayid: Geh wieder zurück. Das mach ich allein.

Ana-Lucia: Was?

Sayid: Geh wieder zurück, Ana-Lucia. Und erzähl keinem, was du gesehen hast.

Ana-Lucia sieht nicht sonderlich einverstanden aus. Doch sie widerspricht ihm auch nicht. Sayid heftet sich an Danielles Fersen, es gelingt ihm, sie zu überholen, ohne daß sie es bemerkt. Und als er plötzlich vor sie springt, erschrickt sie.

Sayid: Was tust du hier, Danielle?

Danielle: Ich suche nach dir.

Nun ziehen sie beide weiter in den Dschungel hinein. Danielle geht rasch voran, Sayid folgt ihr.

Sayid: Wo gehen wir denn hin? Du sagst, du warst auf der Suche nach mir. Wie wolltest du mich finden? Dich im Dschungel verstecken und hoffen, dass ich vorbeikomme?

Danielle: Ich hab auf die Dunkelheit gewartet, dann wollte ich zu deinem Zelt gehen.

Sayid: Wieso?

Er bleibt stehen. Danielle wirft einen Blick zu ihm zurück. Ungeduldig.

Danielle: Wir dürfen keine Zeit verlieren.

Sayid: Ich geh erst weiter, wenn du mir sagst, wo du hinwillst.

Sie dreht sich zu ihm um.

Danielle: Vertrau mir, bitte.

Sayid: Bei unserer letzten Begegnung, hast du uns davor gewarnt, dass die Anderen kommen würden, was nicht der Fall war. In Wahrheit wolltest du uns nur ablenken, um Claires Baby zu entführen. Du musst verstehen, dass ich dir nicht trauen kann.

Danielle gibt nach.

Danielle: An dem Ort, wo ich dich hinführen werde, da gibt es etwas, das dir helfen wird. Etwas sehr Wichtiges. Und für dein Vertrauen, nimm das Gewehr.

Sie nimmt ihr Gewehr ab und hält es ihm hin. Zögernd nimmt Sayid es entgegen.

Danielle: Und falls ich gelogen habe, dann soll es dir gehören.

Sayid überprüft skeptisch, ob es geladen ist. Sieht dann etwas beruhigter Danielle wieder an.

Sayid: Wie weit gehen wir noch?

Danielle lächelt beinahe.

Danielle: Nicht sehr weit.

RückblickBearbeiten

Sgt. Austen, Sayid und Tariq sind zusammen in einem Zimmer. Sayid soll das Gespräch übersetzen. Tariq sieht nicht sehr koorperationsbereit aus, wirft Sayid missbilligende Blicke zu.

Sgt. Austen: Frag ihn, wo er den Piloten hingebracht hat.

Er hat die beiden aufmerksam im Auge.

Sayid: [untertitelt] [Sie wollen wissen, wo der Pilot ist.]

Tariq: [untertitelt] [Sag ihm, seine Mutter ist eine Ziege.]

Sayid: Er sagt, er weiß es nicht.

Sgt. Austen: Wir wissen mit hundertprozentiger Sicherheit, dass der Pilot vorgestern verhört wurde. Vermutlich sogar in diesem Raum. Sag ihm, wenn wir unseren Mann unversehrt wiederkriegen, lassen wir ihn frei.

Sayid: [untertitelt] [Wenn du ihnen sagst, wo der Pilot ist, lassen sie dich frei.]

Tariq wirft Sayid einen hasserfüllten Blick zu.

Tariq: [untertitelt] [Du bist eine Schande. Du bist ein Soldat! Nimm seine Waffe und töte sie alle.]

Sayids Blick gleitet erschrocken zu Sgt. Austen hinüber. Er sagt kein Wort.

Tariq: [Sie steckt in seinem Gürtel. Ein paar kannst du erwischen, bevor sie dich töten.]

Sayid steht wie erstarrt.

Sgt. Austen: Was hat er gesagt?

Sayid: Er sagt, dass er es nicht weiß.

Sgt. Austen: Ich bin zwar alt, aber trotzdem bin ich nicht von gestern, Junge. Wenn du mich nicht unterstützen willst, übernimmt jemand anderes das Kommando, und dieser Jemand wird garantiert nicht netter sein.

Sayid: Es tut mir Leid. Er weiß nichts.

Sgt. Austen steht auf und wendet sich zum Gehen.

Sgt. Austen: Okay. Du hattest deine Chance. Wachen, schließt ihn wieder ein.

InselabschnittBearbeiten

Ein Frosch quakt. Durchdringend laut. Es ist durch das ganze Strandcamp zu hören. Dort sitzen ein paar Männer und grillen Früchte über dem Feuer ganz in der Nähe von Sawyers Zelt. Sawyer liegt auf seinem Bett und versucht zu schlafen, doch das Quaken lässt ihn nicht, und er wälzt sich nur genervt hin und her. Steht schließlich auf, verlässt das Zelt.

Sawyer: Das ist wirklich unglaublich.

Jin kommt an ihm vorbei, sein Fischernetz über die Schulter geschwungen. Sawyer geht ein paar Schritte neben ihm her.

Sawyer: Hey. Hörst du das? Hörst du den Frosch? Den Frosch? Hilfst du mir, ihn zu finden?

Jin wirft ihm nur einen grimmigen Blick zu und lässt ihn stehen. Sawyer bleibt hinter ihm zurück. Nicht weniger grimmig.

Sawyer: Was, sind wir etwa keine Freunde mehr?

Gleich darauf sehen wir Sawyer auf der Suche nach dem Frosch allein durch den Dschungel spazieren.

Dort sitzt Hurley auf einem Baumstumpf und taucht gerade etwas in ein Riesenglas Dharma-Initiative Ranch-Dressing.

Sawyer: Was hast du denn da, Moppelchen?

Hurley zuckt zusammen, lässt das Etwas fallen und versucht seine Vorräte hastig unter ein paar Decken und Zweigen zu verstecken.

Hurley: Gar nichts.

Sawyer grinst.

Sawyer: Ach ja? Dir klebt aber noch'n bisschen "gar nichts" an der Wange.

Hastig wischt Hurley sich über den Mund. Sawyer macht sich währenddessen über sein Versteck her, zieht die Decken weg und wirft einen Blick auf Hurleys Schätze. Hurley sieht äußerst betreten aus.

Sawyer: "Dharma-Initiative Salatdressing"? Nach dem Öffnen sollte es kühl aufbewahrt werden.

Hurley: Allerdings steht auf der Rückseite, dass es bei Zimmertemperatur 7 Jahre haltbar ist.

Sawyer verzieht spöttisch das Gesicht und bringt noch andere Leckerein zum Vorschein. Darunter ein Glas Erdnussbutter.

Sawyer: Was ist denn da noch? Sieh mal, wer sich da was beiseite geschafft hat.

Hurley: Bitte, Alter, verrat mich nicht.

Sawyer: Was? Du klaust Essen von der Gruppe? Warum sollte ich die Klappe halten?

Hurley: Das kannst du nicht machen.

Im Hintergrund quakt der Frosch wieder laut auf, und Sawyer fährt herum.

Sawyer: Dieser blöde Dreckskerl.

Er sieht sich nach dem Frosch um, eine Hand auf der Waffe in seinem Hosenbund. Hurley bleibt ungerührt sitzen.

Hurley: Alter, das ist nur'n Baumfrosch.

Sawyer: Hast du ihn gesehen?

Hurley: Ja.

Sawyer kann es nicht fassen. Kehrt zurück zu Hurley.

Sawyer: Ich sag dir was – Wenn du mir hilfst, das Ding zu finden, lass ich dich weiter Salatsoße löffeln. Einverstanden?

Hurley denkt einen Moment darüber nach und nickt dann sachte.


Danielle führt Sayid noch immer durch den Dschungel.

Sayid: Wie weit ist es noch? [Sie antwortet nicht] Danielle?

Danielle: Wir sind da.

Sayid: Und was soll hier sein?

Danielle bückt sich und holt einen Köcher und Pfeile aus einem Versteck im Boden. Sayid ist mehr als überrascht. Und beunruhigt.

Sayid: Wofür brauchst du das, Danielle?

Da klingt im Hintergrund eine Stimme auf. Eine männliche Stimme, die verzeifelt um Hilfe ruft.

Stimme: Hilfe. Hallo! Hierher!

Sayid rennt augenblicklich los.

Danielle: Warte.

Doch er wartet nicht. Rennt auf die Stimme zu.

Stimme: Hilfe!

Danielle: Sayid, hör mir zu.

Sie läuft ihm hinterher. Sayid hat eine Lichtung erreicht und sieht ein dickes Netz, das von einem Baum herunterhängt. In diesem Netz hängt ein Mann.

Stimme: Hey! Aah! Hierher! Bitte! Hilfe!

Danielle bleibt in einigem Abstand stehen.

Stimme: Hilfe!

Danielle: Glaub ihm nichts. Er lügt mit jedem Wort.

Stimme: Hallo!

Danielle: Er ist einer von Ihnen.

Stimme: Ich hab nicht die geringste Idee, wovon sie spricht. Sie ist verrückt.

Sayid: Seit wann ist er da oben gefangen?

Stimme: Seit letzter Nacht. Bitte befreien Sie mich. Mein Name ist Henry Gale. Ich bin aus Minnesota. Bitte.

Danielle: Er lügt.

Sayid zieht sein Messer hervor und geht zum Netz hinüber.

Sayid: Ich werde ihn befreien.

Danielle: Tu's nicht.

Der Mann presst sein Gesicht gegen das Netz und sieht zu Sayid herunter.

Henry Gale: Danke.

Danielle: Du begehst einen schweren Fehler.

Doch so eindringlich Danielle auch klingt, Sayid schneidet das Seil, das das Netz in der Luft hält, durch. Der Mann und das Netz fallen zu Boden. Und er hilft ihm, sich zu befreien.

Sayid: Schon okay, schon okay. Alles in Ordnung. Alles in Ordnung. Okay. Ganz ruhig. Schön langsam.

Noch während Sayid sich mit dem Netz abmüht und Gale sich langsam aufrappelt, bereitet Danielle ihre Armbrust vor, legt einen Pfeil ein und spannt ihn. Gale sieht zu ihr hinüber. Wird augenblicklich von Panik erfasst. Und rennt los.

Henry Gale: Nein.

Sayid: Bleib hier! Danielle, nicht schießen!

Doch Danielle zielt sorgfältig und schießt. Der Pfeil trifft den davonlaufenden Gale in der Schulter. Und er geht mit einem Schmerzenschrei zu Boden. Sayid läuft zu ihm hinüber, untersucht die Schwere der Verletzung. Der Pfeil ist genau durch die Schulter hindurchgedrungen. Danielle folgt nur langsam.

Sayid: Du hättest ihn töten können.

Danielle: Wenn ich ihn hätte töten wollen, dann hätte ich ihn getötet.

Sayid: Du hast auf diesen Mann ohne Grund geschossen.

Danielle: Er ist von Denen! Ich bin sicher. Fessel ihn.

Gale hat das Bewusstsein verloren. Zwar wirkt Sayid nicht sonderlich einverstanden, dennoch bindet er ihm Hände und Füße zusammen.

Danielle: Und schaff ihn zu eurem Doktor. Tot ist er wertlos für euch.

Sayid: Und was dann?

Danielle: Rede mit ihm, Sayid. Soviel ich weiß, kannst du das gut. Aber denk daran, er wird lügen. Für die Wahrheit brauchst du Geduld.

Sayid wirft ihr einen grimmigen Blick zu, dann hebt er sich den bewusstlosen Gale über die Schulter und macht sich auf den Weg zurück zum Camp. Danielle bleibt zurück.

RückblickBearbeiten

Sayid wird in Handschellen von zwei Soldaten zu einem Treffen mit Joe Inman geführt, scheinbar ein CIA-Agent. Er sitzt an einem Schreibtisch und wartet auf ihn. Hinter ihm läuft ein Standventilator. Sayid setzt sich ihm gegenüber.

Inman: Ich will mit dir über deinen Kumpel reden - Tariq. [Sayid sieht ihn unsicher an.] Hey, ich verstehe das. Du bist jemand, der was von Loyalität hält. Sogar wenn du nur'n bisschen was für uns übersetzt, findest du, dass das nicht richtig ist. Ich verstehe das. Und ich respektiere das.

Er nimmt eine Fernbedienung vom Tisch und schaltet den Fernseher ein, der hinter ihm auf einem Schränkchen steht. Eine Filmaufnahme läuft ab.

Inman: Hier war Tariq tätig, bevor er das Kommando über eure Nachrichteneinheit übernommen hat. Er war im Norden Kommandeur eines Bataillons mit chemischen Kampfstoffen. Er persönlich hat den Einsatz von Sarin-Gas in diesem Dorf überwacht.

Sayid starrt auf den Bildschirm. Dort ist ein geschäftiger Marktplatz zu sehen.

Inman: Du erkennst es wieder, oder? Du hattest Verwandte in diesem Dorf, nicht wahr, Sayid?

Sayid kann nicht antworten, er starrt auf den Bildschirm, ganz mitgenommen.

Inman: Du weißt, was Sarin anrichtet. Es wurde keiner verschont. Der gesamte Markt. Unschuldige Frauen, Kinder.

Wir hören, wie es auf dem gezeigten Marktplatz plötzlich unruhig wird, Schreie, zischendes Gas, Panik und qualvolle Hilferufe. Sayid ist den Tränen nahe.

Sayid: Das reicht... bitte.

Inman: [Schaltet das Video ab] Loyalität ist eine Tugend. Aber blinde Loyalität... Das sieht dir nicht ähnlich.

Sayid: Aus welchem Grund sollte ich euch glauben?

Inman: Woher wussten wir wohl, dass du Verwandte in dem Dorf hast? Wir haben eure persönlichen Akten gerettet. Deine und Tariqs.

Er schiebt einen Stapel Papiere über den Tisch zu Sayid hinüber, klopft mit dem Finger darauf.

Inman: Wir wollen nur den Piloten wiederhaben. Er soll wieder zurück zu seiner Familie.

Sayid: Tariq wird niemals mit euch reden.

Inman: Deswegen musst du es schaffen, dass er mit mir redet.

Er stellt krachend eine große Holzkiste auf den Tisch. Und schiebt auch die zu Sayid hinüber. Sayid starrt die Kiste an.

InselabschnittBearbeiten

Locke schläft in einem Bett des Dharma-Bunkers. Sayid kommt zu ihm hinüber, beugt sich über ihn.

Sayid: John, John wach auf.

Locke schreckt auf, scheint einen Moment lang Schwierigkeiten zu haben, sich zu orientieren. Dann sieht er Sayid an.

Locke: Was ist?

Sayid: Komm mit in die Küche.

Gleich darauf stehen beide vor Gale. Der liegt am Boden, den Kopf auf den Sitz der Hantelbank gelegt, kommt langsam wieder zu sich und hustet gequält.

Locke: Aus Minnesota, ja?

Sayid: Das ist die Frage, wie es scheint?

Henry Gale: Wo-wo bin ich hier?

Sayid: Wer bist du?

Henry Gale: Henry, Henry Gale. Bitte, mein Rücken.

Der blutverschmierte Pfeil guckt an beiden Enden aus seiner Schulter heraus. Sayid kniet sich neben Gale. Der stöhnt und keucht. Das Sprechen fällt ihm schwer.

Sayid: Wir werden dich schon davon befreien, aber erst musst du dich beruhigen. Was hat dich auf die Insel verschlagen?

Henry Gale: Vor vier Monaten sind wir abgestürzt, meine Frau und ich.

Sayid: Mit was abgestürzt?

Henry Gale: Mit einem Ballon. Wir-wir wollten den Pazifik überqueren.

Sayid: Wo ist deine Frau?

Henry Gale: Sie ist tot. Sie wurde... krank. Vor etwa drei Wochen. Wir haben in einer Höhle in der Nähe vom Strand gelebt. Oh, meine Schulter. Bindet mich doch wenigstens los.

Da taucht Jack hinter ihnen auf.

Jack: Was zum Teufel geht hier vor sich?

Er hastet an Gales Seite, macht sich sofort daran, seine Wunde zu versorgen.

Sayid: Rousseau hat ihn im Dschungel gefangen. Sie glaubt, dass er einer von den Anderen ist.

Henry Gale: Was für Andere?

Jack: Hast du mit 'nem Pfeil auf ihn geschossen?

Sayid: Hab ich vielleicht einen Bogen?

Jack: [Zu Gale] Hey, hey, kannst du mich verstehen? [Gale nickt schwach. Jack wirft Sayid einen vorwurfsvollen Blick zu] Wolltet ihr ihn einfach verbluten lassen?

Sayid: Ich wollte nur ehrliche Antworten auf einige Fragen, solange er sie noch geben kann. Und seine Wunde ist nicht lebensbedrohlich.

Jack wirft ihm einen grimmigen Blick zu. Nimmt eine Flasche Wasser und flößt Henry etwas davon ein.

Locke: Jack soll ihn erst behandeln, dann bekommen wir unsere Antworten.

Sayid denkt einen Moment darüber nach, nickt dann. Schon wendet sich Locke zum Gehen. Sayid zögert noch.

Sayid: Jack... binde ihn ja nicht los.

Jack wirft ihm einen Blick zu, sagt weder ja noch nein, und macht sich wieder an der Wunde zu schaffen.


Sawyer und Hurley streifen auf der Suche nach dem Baumfrosch durch den Dschungel. Sawyer geht voran, Hurley etwas skeptisch hinterher.

Hurley: Genau so werden die Leute in Horrorfilmen umgebracht.

Sawyer: In nem Horrorfilm wär ich mit ner heißen Blondine unterwegs, nicht mit dir, Barbar.

Hurley: Er heißt Babar.

Sawyer: Warum hältst du nicht die Klappe, Specki, oder deine Essgewohnheiten werden 'ne Weile das Thema Nummer eins sein.

Hurley bleibt stehen.

Hurley: Von mir aus. Sag es ruhig. Sag jedem, dass der Fette Salatsoße versteckt hat. Dass der Fette so gerne isst. Ja, ich bin fett. Fett, fett, fett, fett. Denkst du, ich weiß das nicht?

Sawyer ist ebenfalls stehengeblieben und starrt Hurley etwas verwundert an.

Hurley: Wenigstens mögen die anderen mich. Du kannst deinen blöden Frosch allein suchen.

Schon dreht er sich um und will gehen. Sawyer läuft ihm hinterher. Freundlicher nun.

Sawyer: Hurley, warte doch. Warte. Hey, Hurley. Hey, Mann, es tut mir Leid. Okay? [Hurley bleibt stehen.] Dieser Frosch bringt mich um den Verstand. Du musst mir helfen. Bitte.


In der Dharma-Unterkunft entfernt Jack sorgfältig und vorsichtig den Pfeil aus Gales Schulter. Er benutzt Desinfektionsmittel und Tupfer aus dem Dharma-Vorrat. Sayid und Locke sehen aus einiger Entfernung zu und unterhalten sich leise.

Locke: Und, was hältst du davon?

Sayid: Was hältst du davon, John?

Locke: Ich finde ihn ziemlich überzeugend.

Sayid: Ja, das ist er.

Locke: Leider gibt es keine Möglichkeit herauszufinden, ob er die Wahrheit sagt oder nicht.

Sayid: Dieser Aussage kann ich nicht zustimmen. Kennt Jack die Kombination von der Waffenkammer?

Locke wirft ihm einen Blick zu. Runzelt die Stirn.

Locke: Ja, er kennt sie.

Sayid: Wie lange würde es dauern, sie zu verändern?

Locke sieht Sayid einen Moment lang nur skeptisch an.

Locke: Falls du Rache suchst, oder.. jemanden, den du bestrafen kannst..

Sayid: Wieso sollte ich jemanden bestrafen wollen? Ich will herausfinden, wer er ist. Ich will die Wahrheit. Und wir beide wissen, dass Jack eine andere Vorstellung davon haben wird, wie wir die Wahrheit erfahren können.

Beide sehen zu Jack hinüber, der sich immer noch sorgfältig um Gale kümmert.

Sayid: Also wie lange brauchst du, John? Für das Ändern der Kombination?

Locke: Ein paar Minuten, nicht mehr.

Sayid: Dann schlage ich vor, dass du gleich anfängst.

Einen Augenblick später geht Sayid zu Jack hinüber. Der hat die Wunde versorgt und verbunden und räumt seine Utensilien zusammen.

Sayid: Hat er was gesagt, während du ihm den Pfeil...

Jack: Nein, hat er nicht. Er ist bewusstlos.

Locke: Wir können ihn nicht hier rumliegen lassen, Jack. Jemand wird ihn entdecken und dann entsteht Panik.

Jack: Ja? Und wo sollen wir ihn deiner Meinung nach hinbringen?

Sayid: Wir sollten ihn in die Waffenkammer legen. Zur Sicherheit.

Jack zögert.

Locke: Lieber einmal zu vorsichtig sein, Jack. Solange wir nicht absolut sicher sind.

Jack: Na gut. Fürs Erste.

Die drei Männer machen sich daran, Gale hinüber in die leere Waffenkammer zu tragen. Dort legen sie ihn auf dem Boden ab. Jack betrachtet Gale besorgt.

Jack: Ich kann die Liege herbringen. Er sollte nicht auf dem Rücken liegen.

Locke: Gute Idee.

Locke und Sayid tauschen einen Blick. Schon ist Jack auf dem Weg, die Liege zu holen. Locke folgt ihm. Kaum sind sie beide aus der Kammer getreten, macht Sayid die Tür hinter ihnen zu und schließt sich mit Gale zusammen ein. Jack fährt herum, völlig schockiert. Läuft an Locke vorbei, der kein Wort sagt, zurück zur Tür und schlägt mit der Hand dagegen.

Jack: Sayid. Hey, was soll denn das? Sayid, Sayid.

Sayid: Ich tue, was getan werden muss.

Jack: Hey!

RückblickBearbeiten

Sayid betritt das Zimmer, in dem Tariq zum Verhör bereitsitzt. In den Händen trägt er die Holzkiste, die Inman ihm zuvor gegeben hatte. Er stellt sie vor Tariq auf dem Tisch ab. Tariq wirft ihm einen grimmig-spöttischen Blick zu.

Tariq: [untertitelt] [Lassen sie dich jetzt schon allein mit mir reden?]

Sayid klappt langsam die Kiste auf.

Sayid: [untertitelt] [Du musst mir sagen, wo der Hubschrauberpilot ist.]

Tariq lacht. Sieht Sayid herablassend an. Sayid holt langsam Zangen und andere Folterinstrumente aus der Kiste und legt sie vor sich auf den Tisch.

Tariq: [untertitelt] [Ist das ihr neuer Bluff? Dass du mich foltern sollst? Glauben sie, dass du das tun wirst? Sayid, du bist ein loyaler Soldat. Der Sohn eines großen Helden. Entehre deinen Vater nicht.]

Sayid sieht Tariq an. Er wirkt hin und hergerissen und betroffen. Tariq redet immer eindringlicher auf ihn ein.

Tariq: [Du wagst es nicht, mir was anzutun! Du gehorchst den Befehlen deines vorgesetzten Offiziers.]

Sayid holt eine Plastiktüte aus der Kiste. Tariq brüllt ihn an.

Tariq: [Nimm diese Tüte. Stülp sie dir über den Kopf, kleb sie zu. Töte dich selbst. Auf der Stelle! Das ist ein Befehl. Tu es! Und stirb mit dem bisschen Anstand, der dir noch bleibt.]

Sayid starrt ihn entsetzt an.

Sayid: [untertitelt] [Du verlangst, dass ich mir das Leben nehme?] [brüllt ihn an] Diese Information hat keinen Wert für dich!

Da spuckt Tariq ihn an. Sayid steht wie erstarrt, fährt sich langsam mit der Hand über das Gesicht. Und greift zu einem der Folterinstrumente.

Draußen auf dem Flur stehen zwei Soldaten links und rechts der Tür, während Inman ruhelos vor ihnen auf und ab läuft. Dann geht die Tür auf. Und Sayid kommt mit der Kiste in den Händen heraus. Er sieht völlig mitgenommen aus. Bleibt vor Inman stehen. Seine Stimme klingt zittrig.

Sayid: Der Pilot wurde vor zwei Tagen exekutiert. Sie haben seine Leiche verscharrt. In einem Feld vier Kilometer von hier. Ich kann euch hinführen.

Damit übergibt er Inman die Kiste. Dabei sehen wir seine Hände. Sie sind voller Blut.

InselabschnittBearbeiten

Zurück zur Dharma-Station. Jack versucht erfolglos, den Code in die Tür der Waffenkammer einzugeben

Jack: Verdammt. Sayid, mach die Tür auf! Sayid, antworte mir!

Locke: Jack...

Jack: Wieso funktioniert die Kombination nicht? Hast du sie etwa geändert?

Locke: Ja.

Jack starrt ihn fassungslos an.

Jack: Wieso tust du das?

Locke: Du stellst gerade eine Armee auf.

Jack: Was?

Locke: Und wieso fragst du nicht, ob ich dir helfen kann? Na gut, das musst du selber wissen, aber es gibt nur einen Grund, eine Armee aufzustellen, und zwar, dass wir im Krieg sind. Und ob es dir gefällt oder nicht, was auch immer Sayid vorhat, es ist ein Bestandteil dieses Krieges.

Damit wendet Locke sich ab und will gehen.

Jack: Was ist, wenn er die Wahrheit gesagt hat?

Locke: Was, wenn nicht?


In der Waffenkammer fesselt Sayid seinem Gefangenen Hände und Füße zusammen. Gale kommt langsam wieder zu sich, stöhnt und keucht.

Sayid: Steh auf.

Henry Gale: Was ist denn los?

Sayid zerrt Gale hoch, so dass er sitzt. Und beginnt mit seinem Verhör.

Sayid: Komm, ich helfe dir. Du hast gesagt, du bist seit vier Monaten hier.

Henry Gale: Was?

Sayid: Du hast gesagt, du bist seit vier Monaten auf dieser Insel, richtig?

Henry Gale: Was ist das für ein Raum hier?

Sayid: Bitte. Beantworte meine Frage.

Henry Gale: Ja genau, wir sind vor vier Monaten hier gelandet. Vielleicht auch etwas früher. Wer seid ihr?

Sayid: Und die ganze Zeit habt ihr in einer Höhle gelebt?

Henry Gale: In der Nähe vom Strand. An der Nordküste der Insel.

Sayid: Wie weit ist das von der Stelle, wo du gefangen wurdest?

Henry Gale: Ich weiß es nicht.

Sayid: Wie viele Tagesmärsche?

Henry Gale: Zwei – zwei Tage.

Sayid: Ihr wart die ganze Zeit am Strand? Wieso?

Henry Gale: Warum denn nicht? Falls ein Flugzeug kommt, wollten wir da sein. Wir hatten einen ELT an Bord. Das ist ein Funksender.

Sayid: Was war das für ein Funksender?

Henry Gale: Ein Radiokompass. Wir-wir wollten sicher sein, dass wir gefunden werden. Hör zu, für wen du mich auch immer hältst, ich bin es nicht. Bitte, bitte, es ist... Sag mir deinen Namen.

Sayid lässt sich nicht darauf ein. Eine Frage folgt blitzschnell der anderen. Gale keucht und kämpft und sieht völlig erschöpft und verzweifelt aus.

Sayid: Deine Frau – wie ist ihr Mädchenname?

Henry Gale: Murphy.

Sayid: Wo habt ihr euch kennen gelernt?

Henry Gale: An der Universität von Minnesota.

Sayid: Wie ist sie gestorben?

Henry Gale: Sie wurde krank.

Sayid: Sie wurde krank?

Henry Gale: Zuerst hat sie Fieber bekommen. Nach zwei Tagen hat sie angefangen zu fantasieren. Und plötzlich war sie tot. [Sayid sieht ihn stumm an.] Ich weiß nicht, wieso du mir diese Fragen stellst. Ich weiß nicht, wieso ihr mich so-so behandelt. Ich weiß nicht, warum ich dir erklären soll, wer ich bin, während du mir nicht mal deinen Namen verrätst.

Sayid: Ich war 23 Jahre alt, als die Amerikaner in mein Land einmarschiert sind. Ich war ein guter Mann. Ich war Soldat... doch als sie abgezogen sind, da war ich nicht mehr derselbe. In den folgenden sechs Jahren hab ich viel getan, was ich gerne aus meinen Erinnerungen streichen würde. Ich hätte niemals geglaubt, dass ich so etwas würde tun können. Aber eins hab ich daraus gelernt. Es ist schon immer etwas in mir gewesen, das dazu fähig war.

Er sieht Gale direkt in die Augen.

Sayid: Du willst wissen, wer ich bin? Mein Name ist Sayid Jarrah... und ich bin Folterer.

Damit steht er auf.


Hurley und Sawyer laufen immer noch dem Frosch nach. Sein Quaken dringt laut durch das dichte Grün um sie herum.

Sawyer: Wo steckt er?

Hurley: Da ist er.

Hurley hat ihn auf einem querliegenden Baumstamm entdeckt, will ihn einfangen, stolpert jedoch und greift ins Leere. Erschrocken springt der Frosch auf und hüpft Sawyer direkt in die Hand.

Sawyer: Hab ich dich.

Hurley: Alter, cool gefangen.

Sawyer: Ich werd verrückt. Dieses kleine Viech macht so viel Krach.

Er betrachtet den Frosch, der still in seiner Hand sitzt. Auf seinem Rücken sind rote und schwarze Streifen zu sehen.

Hurley: Erinnert mich irgendwie an ne Schildkröte, die ich hatte. Sie hieß Stewart. Ist weggelaufen, als ich zehn war. Naja, das hat meine Mutter gesagt. Wahrscheinlich hat sie sie einfach weggeworfen.

Sawyer betrachtet den Frosch mit einem Lächeln, streichelt ihm sachte mit dem Finger über den Rücken. Der Frosch sitzt ganz still.

Sawyer: Du bist ja ein lustiges kleines Kerlchen.

Hurley: Ich hab 'ne Idee. Ich könnte ihn nehmen. Ich bringe ihn weg. Sagen wir zwei Strände weiter. Vielleicht findet er eine nette Frau. Dann kannst du mal wieder richtig schlafen und alle sind zufrieden.

Sawyer sieht Hurley an. Und sein Lächeln verschwindet.

Sawyer: Ja, eine Möglichkeit. Und das ist die andere.

Und er zerdrückt den kleinen Frosch in seiner Hand. Hurley starrt ihn entsetzt an.

Hurley: Alter...

Sawyer grinst düster und legt ihm den toten Frosch in die Hand.

Sawyer: Mit nem schönen Dressing sollen sie so lecker wie Hühnchen sein.

Damit wendet er sich ab und geht. Hurley bleibt ganz erstarrt und bekümmert zurück.


Jack räumt die blutigen Tupfer und blutverschmierte Unterlage vom Fußboden auf, dort wo er Gales Schulter verarztet hatte. Locke kommt zu ihm hinüber.

Locke: Kann ich dir helfen?

Jack geht wortlos an ihm vorbei.

Locke: Jack, ich weiß, dass das nicht...

Jack: Halt die Klappe.

Jack wirft die Abfälle in den Müll und geht zum Waschbecken, um sich die Hände zu waschen. Dabei fällt sein Blick auf seine Insrumente. Eine Zange fehlt.

Jack: Was ist mit der Zange?


Sayid redet immer noch auf Gale ein. Der ist völlig erschöpft.

Sayid: Erzähl mir von eurem Ballon.

Henry Gale: Was denn?

Sayid: Der Ballon, mit dem ihr hergekommen seid. Erzähl mir davon.

Henry Gale: Was willst du wissen?

Sayid: Ich will alles wissen.

Gale seufzt schwer und gibt nach.

Henry Gale: Er misst 43 Meter in der Höhe und 18 Meter in der Breite. Wenn er fliegt, ist er mit 15.500 Kubikmetern Helium und 2.800 Kubikmetern Luft gefüllt. Und wenn man ihn von oben sehen könnte, dann würde man einen großen gelben grinsenden Smiley sehen.

Sayid: Wieso wart ihr auf diese Weise unterwegs?

Henry Gale: Weil ich reich war, weil ich... es war mein Traum... Und Jennifer dachte, es wäre nett.

Sayid fasst ihn finster ins Auge.

Sayid: Du „warst“ reich?

Langsam dreht Henry den Kopf zu ihm herum.

Henry Gale: Ich schätze, das wird wohl der Vergangenheit angehören. So viel zum Thema Optimismus.

Sayid: Verrätst du mir, wodurch du so reich geworden bist?

Henry Gale: Ich hab meine Firma verkauft.

Sayid: Was für eine Firma?

Henry Gale: Eine Minengesellschaft.

Sayid: Was habt ihr abgebaut?

Henry Gale: Wir haben nichtmetallische Minerale gefördert. [Spöttisch] Ich weiß, damit war ich nicht gerade der Knüller auf Cocktailparties.

Sayid springt plötzlich auf und auf ihn zu.

Sayid: Gib mir deine Hände. Gib mir deine Hände!

Gale erfasst Panik. Sayid schnappt sich seine zusammengefesselten Hände und hält eine Zange um einen seiner Finger. Gale zittert. Sayid sitzt ganz nah vor ihm. Schießt wieder eine Frage nach der anderen auf ihn ab.

Sayid: Wo liegt sie begraben?

Henry Gale: Wie bitte?

Sayid: Hör mir zu. Du hast mir erzählt, du hättest deine Frau begraben. Wo?

Henry Gale: Was hast du vor?

Sayid: Wo liegt sie!?

Henry Gale: Im Dschungel! In der Nähe des Ballons, da liegt sie.

Sayid: Und das Grab?

Gale starrt ihn an. Sayid wird immer lauter. Und selbst immer verzweifelter.

Sayid: Wie tief hast du das Grab ausgehoben?

Henry Gale: Ich weiß es nicht...

Sayid: Wie tief? Wie viele Schaufeln voll mit Erde? Hattest du nur deine Hände? Wie lange hast du gegraben?

Henry Gale: Ich weiß es nicht mehr!

Sayid: Du würdest es aber wissen! Du würdest wissen, wie tief es war. Du würdest dich an jede einzelne Schaufel erinnern. Jeden Moment. Du würdest wissen, wie es sich angefühlt hat, ihren Körper hineinzulegen. Du würdest dich erinnern, wenn du die Frau, die du geliebt hast, begraben hättest. Du würdest das alles wissen, wenn du die Wahrheit sagst.

Sayid hat Tränen in den Augen.

Und Gale bemerkt es ganz deutlich. Er starrt Sayid an. Und etwas in seinem Blick verändert sich.

Henry Gale: Hast du... Hast du jemanden verloren? Hast du jemanden hier auf der Insel verloren? Hast du jemanden verloren wie ich?

Sayid senkt den Kopf.

Henry Gale: Was ist mit ihr passiert?

Sayid: Es war ein Unfall. Es war ein Unfall. Die Frau, die mir das angetan hat, dachte, es wär jemand anderes. Jemand, der sie angreifen wollte. Jemand wie du!

Er macht Anstalten, sich auf Gale zu stürzen. Der zuckt zurück.

Henry Gale: Das... das ist ein Irrtum. Warte eine Sekunde, okay? Mir weh zu tun, macht sie nicht wieder lebendig.

Doch Sayid fängt an, mit Fäusten auf ihn einzuschlagen.

Sayid: Du weißt, wen ich verloren hab! Sag mir die Wahrheit!

Gale versucht erfolglos, sich vor den Schlägen zu schützen. Schon läuft ihm Blut aus dem Mundwinkel.

Henry Gale: Nein! Nein! Nein! Hilfe! Stop!

Sayid: Sag mir wer du bist!

Henry Gale: Nein! Nein!

Sayid: Sag mir die Wahrheit!

Die Schreie und Hilferufe sind auf der anderen Seite der Tür deutlich zu hören. Und Jack wird immer unruhiger. Geht zurück zur Tür.

Jack: Sayid!

Henry Gale: [gedämpft von hinter der Tür] Ich habe die Wahrheit gesagt.

Jack: Sayid!

Locke: Jack...

Sayid: [gedämpft von hinter der Tür] Sag mir einfach, wer du bist!

Jack fährt zu ihm herum.

Jack: Du wirst sie öffnen. Du wirst sie sofort öffnen.

Locke: Jack, es muss getan werden.

Jack packt John und drückt ihn gegen die Wand.

Jack: Du öffnest jetzt diese verdammte Tür, hast du verstanden? Und zwar sofort!

Locke: Nein.

Da klingt hinter ihnen der Alarm für den Timer auf.

Jack: Doch!

Sayid: [gedämpft von hinter der Tür] Ich weiß, dass du lügst!

Henry Gale: [gedämpft von hinter der Tür] Ich hab dir die Wahrheit gesagt!

Sayid: [gedämpft von hinter der Tür] Du lügst!

Auf der anderen Seite der Tür liegt Henry Gale völlig verzweifelt am Boden.

Henry Gale: Was willst du von mir hören?! Ich tu alles, was du von mir verlangst, wirklich alles. Nur bitte..

Sayid prügelt weiter auf ihn ein.

Sayid: Ich will die Wahrheit hören!

Vor der Tür hält Jack Locke am Kragen gepackt. Der Alarm schrillt durch den Raum.

Jack: Öffne die Tür!

Locke: Lass mich los.

Jack: Sonst was?

Locke wirft unruhige besorgte Blicke zum Computer hinüber.

Jack: Du willst zu deinem Computer? Dann mach die Tür auf.

Schon wird der Alarm noch rascher und noch eindringlicher. Es bleiben nur noch 58 Sekunden, den Code einzugeben. Locke ist hin und hergerissen. Und Jack gibt nicht nach.

Jack: Du hast weniger als eine Minute, John. Du solltest dich ranhalten.

Locke: Das würdest du nicht tun.

Jack: Was? Was würde ich nicht tun?

Locke: Wenn der Alarm... du würdest riskieren, dass wir alle draufgehen?

Jack: Du hast es einmal geschafft, mich dazu zu überreden, John. Aber jetzt ist es deine Sache. Du willst kein Risiko eingehen, du. Wieso ich? Ich glaube nicht, dass irgend etwas passieren würde, wenn wir bei null sind.

Locke: Jack!

Jack: Du willst wissen, was passieren wird? Lass uns einfach abwarten, dann wissen wir's.

Durch die Tür hören sie Sayid brüllen.

Sayid: Ich will wissen, wer du bist! Wer bist du?!

Auf dem Timer laufen die letzten 27 Sekunden ab. Locke gibt nach.

Locke: Okay, okay... Okay, rechts 15, links –

Jack: Glaubst du ich bin bescheuert? Du machst sie auf!

Er schubst Locke zur Tür hinüber. Mit zitternden Fingern öffnet er das Schloss. Dann rennt er zum Computer hinüber. 10 Sekunden sind nur noch übrig. Der Alarm schrillt ohrenbetäubend.

Jack läuft in die Waffenkammer, um Sayid von Gale wegzuzerren.

Locke versucht die Nummern einzugeben, vertippt sich, hat zweimal die 16 statt 15 und 16 eingegeben und muss noch einmal löschen und neu schreiben. Seine Finger zittern. Er wirft immer wieder hastige Blicke zum Timer hinauf.

Und der läuft ab, noch ehe er die Execute-Taste hat drücken können. Fünf Nullen sind zu sehen. Locke starrt darauf und kann sich vor Schreck nicht rühren. Und dann plötzlich drehen sich die Zahlenblätter und nacheinander erscheinen seltsame rote und schwarze Symbole, wie Hieroglyphen. Im selben Moment erklingt ein seltsames Summen im Hintergrund und ein Geräusch als würden die Druckschutztüren herunterfahren. Schon sind vier der fünf Hieroglyphen auf dem Timer aufgeschlagen.

Locke drückt auf die Execute-Taste. Und da verschwinden die Symbole und die 108:00 Minuten werden wieder angezeigt. Die Geräusche verstummen. Alles wird wieder still. Locke starrt auf den Timer.

Im Hintergrund hören wir Sayid und Jack streiten.

Sayid: Er lügt!

Jack: Nicht auf diese Art!

Henry Gale: Ich sag euch alles, was ihr wissen wollt!

Jack: Nicht auf diese Art!

Jack kämpft immer noch damit, Sayid von Gale wegzuzerren.

Sayid: Er lügt! Er lügt!

Jack: Das reicht!

Er zerrt Sayid aus der Waffenkammer heraus und schließt die Tür. Lässt Gale allein darin zurück. Fährt wütend Sayid an.

Jack: Was hast du dir dabei gedacht?

Sayid: Er ist einer von Ihnen.

Jack: Ja? Hat er das gesagt?

Sayid: Nein.

Jack: Woher weißt du es dann?

Sayid: Ich weiß es einfach. Er ist einer von Ihnen.

Jack: Hat Rousseau nicht auch dasselbe von dir gesagt, Sayid? Wenn ich mich recht erinnere, warst du ihr Gefangener. Sie hat dich gequält, weil sie glaubte, du wärst einer von den Anderen.

Locke kommt dazu.

Locke: Ist er auch.

Jack: Was?

Locke: Einer von den Anderen. Für Rousseau sind wir alle "Andere". Das ist wohl alles relativ, hm?

Jack steht auf und geht.

RückblickBearbeiten

Ein Armee-Konvoi fährt über eine lange gerade Straße inmitten einer endlosen Einöde. Im Hintergrund steigen zwei riesige graue Rauchsäulen schräg in den Himmel hinauf. In einem der Wagen sitzen Sayid und Sgt. Austen, der ein Foto betrachtet.

Sgt. Austen: Bist du verheiratet? Hast du Kinder?

Sayid schüttelt nur stumm den Kopf. Austen sieht wieder auf das Foto herunter. Kate ist darauf zu sehen, jünger, mit einem Basecap. Sie steht an einem Fluss oder See und sieht ziemlich ernst in die Kamera.

Dann hält der Konvoi, und sie steigen aus.

Soldat: Okay, übernimm ihn mal. Hast du ihn? Na los, spring.

Soldat: Was machen wir hier eigentlich?

Soldat: Keine Ahnung. Uns sagt ja keiner was. Der Gefangene kriegt irgend ne Sonderbehandlung.

Inman: [zu einem Soldaten] Ich übernehm ihn. [Er führt Sayid zum Straßenrand hinüber] Wir ziehen ab. Es ist vorbei. Wir rücken nicht nach Bagdad ein. Tja, das bedeutet, dass Saddam an der Macht bleiben wird, und das heißt, dass du weiterhin in seinem Dienst stehst. Du kannst dich glücklich schätzen, dass du über einige neue Fähigkeiten verfügst.

Er bleibt stehen und sieht Sayid an.

Sayid: Du hast mich gezwungen, etwas zu tun, wozu niemals ein Mensch gezwungen werden sollte.

Er schrickt zusammen als Inman ein Messer hervorzieht, doch der schneidet damit nur Sayids im Rücken zusammengefesselte Hände frei. Als er Sayid wieder ansieht, spricht er plötzlich Arabisch. Sayid ist nicht wenig erstaunt.

Inman: [Irgendwann in deinem Leben wird es etwas geben, was du wissen musst. Und jetzt... weißt du, wie du es bekommst.]

Sayid: Ich werde so etwas nie wieder tun.

Inman zählt ein Bündel Geldscheine ab. Er klingt nicht sehr überzeugt.

Inman: Hm. Ich wünsch dir viel Glück, Sayid. [er steckt das Geld in Sayids Brusttasche.] Fahrgeld für den Bus nach Ramadi.

Dann lässt er Sayid stehen und wendet sich wieder dem Truck zu.

Inman: Wir rücken ab.

Die Männer steigen wieder in ihre Wagen und fahren los. Sayid bleibt ganz allein am Straßenrand zurück. Hinter ihm steigen die zwei Rauchsäulen weiter schräg in den Himmel hinauf.

InselabschnittBearbeiten

Sayid setzt sich zu Charlie an den Strand. Er bewegt vorsichtig seine Hand, deren Knöchel blutverkrustet sind. Sieht immer wieder auf die Hand herunter. Charlie blickt aufs Meer hinaus.

Sayid: Im Bunker ist ein Mann versteckt. Rousseau hat ihn gefangen genommen. Ich hab ihn geschlagen. Ich hab ihn übel zugerichtet.

Charlie wirft ihm einen Blick zu.

Charlie: Wieso erzählst du mir das, Sayid?

Sayid: Jack wollte wissen, wieso ich so sicher war. Wieso ich so sicher war, dass der Mann gelogen hat. Woher ich wusste, dass er einer von Ihnen ist, einer von den Anderen.

Er sieht wieder auf seine Hand hinunter.

Sayid: Ich weiß es so sicher, weil ich in mir keine Schuld fühle.... Aber es ist ausgeschlossen, dass Jack es jemals versteht, und Locke auch nicht. Weil beide schon vergessen haben.

Charlie: Vergessen? Was?

Sayid: Dass sie dich aufgehängt und dem Tod überlassen haben. Dass sie die schwangere Claire entführt haben und keiner weiß, was mit ihr angestellt worden ist. Dass diese Menschen, diese Anderen, kein Mitleid kennen. Und dass es jeden von uns, wann immer sie wollen, treffen kann. Sag mir, Charlie, hast du auch vergessen?

Charlie starrt Sayid an.


Aufgeschrieben von: Willow und Nordlys.

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