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Staffel 6, Episode 15 - „Übers Meer

Geschrieben von: Carlton Cuse & Damon Lindelof

Regie: Tucker Gates



Auf der Insel (Rückblende)Bearbeiten

[Trümmer treiben im Ozean ... Eine Frau taucht auf und klammert sich an ein Stück Holz ... Sie schaut sich um und sieht die Insel ... Schon bald erreicht sie die Küste, auf der auch Trümmer verstreut liegen ... sie ist erkennbar schwanger und verletzt ... Sie kommt an einem Bach und trinkt etwas, dabei bemerkt sie eine Reflektion im Wasser und erschreckt sich.]

MUTTER: [In Latein] Olle quidae graves? Ego auxilium tibi. (Bist du verletzt? Lass mich dir helfen.)

[Claudia nimmt zögernt ihre Hand.]

CLAUDIA: [In Latein] Gratias ago tibi. (Danke schön.)

[Etwas später gibt die Frau Claudia etwas zu essen und bereitet Medizin vor]

MUTTER: [In Latein] Ago nomine appelarus? (Wie heisst du?)

CLAUDIA: [In Latein] Mihi nomine es Claudia. (Mein Name ist Claudia.)

MUTTER: Ein wunderschöner Name.

CLAUDIA: Wo sind die, mit denen du zusammen lebst?

MUTTER: Ich bin allein.

CLAUDIA: Wie bist du hierher gekommen?

MUTTER [sie trägt pflanzliche Medizin auf Claudia's verletztes Bein auf]: Genauso wie du. Versehentlich.

CLAUDIA: Seit wann bist du hier auf--

MUTTER: Jede Frage, auf die ich dir antworte, wird eine neue Frage nach sich ziehen. Ruh dich aus. Sei froh, dass du noch am Leben bist.

CLAUDIA: Ich muss aber nach den anderen auf meinem Schiff suchen--

MUTTER: Nein! Sollten noch Menschen auf der Insel sein, werde ich sie finden.

[Claudia zuckt plötzlich zusammen]

MUTTER: Kommt das Kind?

CLAUDIA: Oh!...Oh!...Es kommt.

[Eine Zeit später schreit Claudia während sie in den Wehen liegt]

MUTTER: Gut so! Pressen! Du musst pressen!

CLAUDIA: Ich kann nicht.

MUTTER: Doch, du kannst! Gut so, noch einmal pressen.

[Claudia presst ein letztes Mal - Mutter zeigt ihr das Baby]

MUTTER: Ein Knabe.

CLAUDIA: Sein Name ist Jacob.

MUTTER: Ein Knabe.

[Mutter wickelt ihn ein und legt ihn vor sich hin]

CLAUDIA: Kann ich--

[Claudia fängt erneut zu schreien an]

MUTTER: Da kommt noch eins! Pressen! Es kommt! Jetzt! Oh, ja!

[Claudia gebärt noch ein Baby.]

MUTTER: Noch ein Knabe.

CLAUDIA: Ich hab' doch nur einen Namen.

[Mother legt das Baby neben Jacob - ein Zwilling ist in weißen Tüchern gehüllt, der andere in schwarze]

MUTTER [zu den weinenden Babys]: Shhh. Shhh.

CLAUDIA: Bitte, darf ich ihn mal sehen?

MUTTER: Es tut mir leid...

[Mutter schlägt Claudia mit einem Stein zu Tode]

MUTTER: Uhh! Uhh!

Dreizehn Jahre späterBearbeiten

[Ein Junge, der dreizehnjährige Mann in Schwarz, wandert an einem Strand entlang. Dort findet er ein Spiel, das offensichtlich angeschwemmt wurde. Es handelt sich um Senet, ein altes ägyptisches Spiel und rudimentärer Vorläufer des späteren Backgammon. Als er sich mit dem Spiel auf einen Baumstamm setzt, kommt sein Zwillingsbruder Jacob auf ihn zu]

JACOB: Was hast du da?

JUNGE IN SCHWARZ: Es ist ein Spiel. Das können wir spielen.

JACOB: Woher weißt du, wie es geht?

JUNGE IN SCHWARZ: Ich weiß es eben.

JACOB: Kannst du es mir beibringen?

JUNGE IN SCHWARZ: Wenn du versprichst, es nicht Mutter zu sagen.

JACOB: Warum denn nicht?

JUNGE IN SCHWARZ: Sie nimmt es uns weg.

[Jacob betrachtet einen der weißen Spielsteine]

JUNGE IN SCHWARZ: Was ist....willst du spielen oder nicht, Jacob?

JACOB: Ja. Ich will spielen.

[Später kommt Jacob zu der Höhle zurück, in der sie zu leben scheinen. Seine Mutter ist gerade damit beschäftigt, einen Wandteppich zu knüpfen]

MUTTER [ohne sich umzudrehen]: Hallo, Jacob.

JACOB: Hallo, Mutter.

MUTTER: Wo ist dein Bruder?

JACOB: Unten am Strand... er guckt auf's Meer.

[Die Mutter wirft ihm einen verdächtigenden Blick zu]

JACOB: Kann ich dir helfen?

MUTTER: Entwirre das, wenn du willst.

[Jacob setzt sich und ordnet einige verschiedenfarbige Wollen und Fäden]

MUTTER: Was habt ihr am Strand getan, dein Bruder und du?

JACOB: Wir sind nur... rumgelaufen.

MUTTER: Liebst du mich, Jacob?

JACOB: Jaah.

MUTTER: Dann sag mir, was los war.

[Der Junge in Schwarz sitzt alleine am Strand. Seine Mutter kommt, und er versteckt eilig das Spiel]

MUTTER: Kann ich mich zu dir setzen?

JUNGE IN SCHWARZ: Klar.

[Sie setzt sich und lächelt ihn wissend an]

JUNGE IN SCHWARZ: Jacob hat dir erzählt, was ich gefunden habe...

MUTTER: Natürlich. Jacob kann gar nicht lügen. Er ist nicht wie du.

JUNGE IN SCHWARZ: Wieso? Wie bin ich?

MUTTER: Du bist... was besonderes.

JUNGE IN SCHWARZ: Darf ich das Spiel behalten?

MUTTER: Sicher, deswegen hab ich's ja für dich hingelegt.

JUNGE IN SCHWARZ: Es kam von dir?

MUTTER: Aber ja. Was denkst du, natürlich von mir.

JUNGE IN SCHWARZ: Ich hab gedacht, vielleicht von irgendwo da draußen. [sie blicken auf's Meer]

MUTTER: Junge, da gibt es nichts. Da ist nichts bis auf die Insel.

JUNGE IN SCHWARZ: Aber woher stammen wir dann?

MUTTER: [seufzt] Du und dein Bruder, ihr stammt von mir, und ich von meiner Mutter.

JUNGE IN SCHWARZ: Wo ist sie?

MUTTER: Sie ist tot.

JUNGE IN SCHWARZ: Was ist tot?

MUTTER: Etwas, worüber du dir nie wirst Sorgen machen müssen.

[Einige Zeit später rennen Jacob und der Junge in Schwarz durch den Dschungel auf der Jagd nach einem Wildschwein]

JUNGE IN SCHWARZ: Schnell, es entwischt uns!

[Sie verlieren das Wildschwein und hören es nur noch panisch grunzen....als sie eine Lichtung betreten, finden sie es aufgespießt]

JUNGE IN SCHWARZ: Runter.

[Sie verstecken sich in den Büschen und sehen, wie drei Männer die Lichtung betreten]

JACOB: Wer sind die?

JUNGE IN SCHWARZ: Shh!

[Sie beobachten die Männer, wie sie beginnen das Wildschwein zu zerlegen....kurze Zeit später erreichen sie Mutter, die einen Garten pflegt]

JACOB: Mutter! Mutter!

MUTTER: Was habt ihr?

JUNGE IN SCHWARZ: Wir haben Menschen gesehen! Männer!

MUTTER: Wie viele waren es?

JUNGE IN SCHWARZ: Drei....sie haben ein Schwein erlegt.

MUTTER: Haben sie euch gesehen?

JUNGE IN SCHWARZ: Nein, ich glaub' nicht.

JACOB: Weißt du, woher sie gekommen sind? Sie sehen aus...wie wir.

MUTTER: Sie sind nicht wie wir. Sie haben hier nichts verloren. Wir sind aus einem Grund hier.

JUNGE IN SCHWARZ: Was für ein Grund?

MUTTER: [seufzt] Îhr seid noch nicht soweit.

JUNGE IN SCHWARZ: Mutter! Aus welchem Grund?

MUTTER: Kommt mit.

[Kurze Zeit später führt Mutter Jacob und den Jungen in Schwarz, denen die Augen verbunden sind, durch den Dschungel]

JUNGE IN SCHWARZ: Hast du von den Menschen gewusst?

MUTTER: Ja.

JUNGE IN SCHWARZ: Warum hast du uns nichts davon gesagt?

MUTTER: Weil sie gefährlich sind und ich euch nicht ängstigen wollte.

JACOB: Was macht sie gefährlich?

MUTTER: Das, was alle Menschen gefährlich macht. Sie kommen, sie kämpfen, sie zerstören, sie vernichten. Und immer endet es gleich.

JUNGE IN SCHWARZ: Sie kommen? Kommen woher?

MUTTER: Von einem anderen Teil der Insel. Ihr dürft nie nach ihnen suchen. Wenn sie euch finden, tun sie euch etwas.

JACOB: Warum sollten sie uns etwas tun?

MUTTER: Weil es Menschen sind, Jacob. Menschen machen so etwas.

JUNGE IN SCHWARZ: Wir sind auch Menschen. Heißt das, wir könnten uns auch etwas antun?

[Mutter nimmt ihnen die Augenbinden ab]

MUTTER: Ich habe dafür gesorgt, dass ihr euch nie was antun könnt.

[Sie dreht die Jungen um und sie blicken auf einen Tunnel, in den ein Bauch läuft, der in einem leuchtenen Wasserfall endet]

JUNGE IN SCHWARZ: Was für ein Ort ist das?

MUTTER: Das ist der Grund, warum wir hier sind.

[Sie nähern sich dem Tunnel]

MUTTER: Geht nicht hinein.

JUNGE IN SCHWARZ: Was ist da unten?

MUTTER: Licht. Das wärmste, hellste Licht, das ihr jemals sehen oder spüren werdet. Und wir müssen dafür sorgen, dass es niemand es je findet.

JUNGE IN SCHWARZ: Es ist wunderschön...

MUTTER: Ja, das ist es. Und darum wollen sie es. Denn ein klein wenig von genau diesem Licht wohnt in jedem von uns Menschen. Aber sie wollen immer noch mehr.

JACOB: Können sie es stehlen?

MUTTER: Nein. Doch sie könnten es versuchen und bei diesem Versuch könnten sie es löschen. Und wenn das Licht hier aus geht, dann geht es überall aus. Darum beschütze ich diesen Ort. Doch ich kann ihn nicht für immer beschützen.

JUNGE IN SCHWARZ: Wer soll dich ablösen?

MUTTER: Einer von euch wird es tun müssen.




[Jacob und sein Bruder spielen das Senet-Brettspiel. Jacob hat die weißen Steine, sein Bruder die schwarzen. Jacob macht einen Zug, der von seinem Bruder abgewiesen wird]

JUNGE IN SCHWARZ: Das geht nicht, Jacob.

JACOB: Wieso nicht?

JUNGE IN SCHWARZ: Weil es gegen die Regeln verstößt.

JACOB: Du machst die Regeln!

JUNGE IN SCHWARZ: Ich hab's auch gefunden. Irgendwann kannst du dein eigenes Spiel erfinden, dann müssen alle nach deinen Regeln spielen.

[Der Junge in Schwarz schaut erschrocken, als er hinter Jacob eine Frau stehen sieht - es ist Claudia, ihre leibliche Mutter, und sie wird von hellem Licht bestrahlt.]

CLAUDIA: Alles in Ordnung. Du musst keine Angst haben.

JACOB: Was ist? [er dreht sich um, um zu sehen, auf was sein Bruder starrt - er dreht sich zurück - er hat nichts gesehen] Fehlt dir was?

JUNGE IN SCHWARZ: Ich will lieber zum Strand gehen. Wir sehen uns später. [er rennt davon und bleibt stehen, als er Claudia wieder sieht, die erneut von hellem Licht erstrahlt wird]

CLAUDIA: Hallo. .

JUNGE IN SCHWARZ: Wieso kann Jacob dich nicht sehen?

CLAUDIA: Weil ich tot bin. Komm bitte mit, ich würde dir gern etwas zeigen.

JUNGE IN SCHWARZ: Was willst du mir zeigen?

CLAUDIA: Ich zeige dir, wo du herkommst. Es ist am anderen Ende der Insel - ein Ort, den du noch nicht kennst.

[Verwirrt folgt der Junge in Schwarz Claudia über einen Hügel, von dem man eine belebte Siedlung sieht]

JUNGE IN SCHWARZ: Wer sind die?

CLAUDIA: Sie sind vor 13 Jahren hergekommen. Am Tag bevor du geboren wurdest. Ihr Schiff geriet in einen Sturm.

JUNGE IN SCHWARZ: Schiff? Was ist das?

CLAUDIA: Ein Gefährt mit dem man von einem Ort zum anderen gelangt. So sind wir über das Meer gekommen.

JUNGE IN SCHWARZ: Aber da draußen ist doch nichts.

CLAUDIA: Hinter dem Meer sind viele Dinge. Auch du kommst von einem Ort hinter dem Meer.

JUNGE IN SCHWARZ: Nein. Das ist nicht wahr. Ich weiß von meiner Mutter woher ich komme.

CLAUDIA: Sie ist nicht deine Mutter, sonder ich.




[Es ist Nacht. Der Junge in Schwarz, der seine Mutter schlafend vermutet, trägt einen Rucksack und weckt Jacob]

JUNGE IN SCHWARZ: Jacob. Jacob, wach auf. Komm mit mir.

JACOB: Warum hast du deine Sachen dabei?

JUNGE IN SCHWARZ: Das sind unsere Sachen. Ich hab' sie dabei, weil wir abhauen und wir kommen nie mehr zurück.

JACOB: Was?

JUNGE IN SCHWARZ: Komm einfach mit.

JACOB: Mitkommen, wohin?

JUNGE IN SCHWARZ: Wir gehen zu den Menschen.

JACOB: Nein. Wir müssen von ihnen wegbleiben.

JUNGE IN SCHWARZ: Wir gehören aber zu ihnen, Jacob. Wir werden bei ihnen leben.

JACOB: Nein, Mutter hat gesagt--

JUNGE IN SCHWARZ: Sie hat gelogen, sie hat uns immer angelogen, nichts ist wahr. Ich weiß, das verstehst du nicht, aber du musst mit mir kommen. Ich will nämlich nicht allein dort hin.

JACOB: Das geht nicht-- Mutter liebt uns.

JUNGE IN SCHWARZ: Nein, sie liebt uns nicht!

JACOB: Hör auf!

JUNGE IN SCHWARZ: Alles war gelogen!

JACOB: Aufhören!

JUNGE IN SCHWARZ: Sie ist nicht unsere Mutter.

JACOB: Aah! [er wirft seinen Bruder zu Boden und schlägt mehrere Male auf sein Gesicht ein] Nein!

MUTTER: Jacob!…[sie zerrt Jacob von seinem Bruder hoch] Was machst du denn?

JACOB: Er verlässt uns! Er geht zu den-- zu den anderen Menschen.

[Der Junge in Schwarz steht blutverschmiert auf, spuckt und funkelt seine Mutter wütend an]

MUTTER: Was?

JUNGE IN SCHWARZ: Ich weiß, was los ist. Es gibt noch etwas hinter dem Meer. Von dort stamme ich und da werde ich hingehen. Ich will in meine Heimat.

MUTTER: Wer-- hat dir das gesagt?

JUNGE IN SCHWARZ: Meine Mutter.

MUTTER: Ich bin deine Mutter.

JUNGE IN SCHWARZ:Du hast meine Mutter umgebracht....Jacob, sie war auch deine Mutter. Wir gehören hier nicht her. Wir gehören nicht zu ihr. Komm mit mir.

JACOB: Nein.

MUTTER [greift die Schultern des Jungen in Schwarz]: Mein Liebling, eins musst du wissen. Was auch immer irgendjemand dir erzählt hat, es wird dir niemals möglich sein diese Insel zu verlassen.

JUNGE IN SCHWARZ [zieht sich von Mutter weg]: Das ist nicht wahr. Eines Tages beweis ich's dir!

[Der Junge in Schwarz nimmt seinen Rucksack und geht in den Dschungel - Mutter schaut ihm hilflos hinterher]




[Die betrübte Mutter sitzt am Strand, als Jacob sich neben ihr auf den Stamm setzt - beide schauen auf's Meer hinaus]

JACOB: Denkst du, er kommt zurück?

MUTTER: Nein.

JACOB: Er sagt, du hast unsere Mutter getötet. Ist das wahr?

MUTTER: Ja...hätte ich sie am Leben gelassen, dann hätte sie euch zu ihrem Volk mitgenommen. Und diese Menschen sind böse, Jacob, wirklich böse. Ich konnte nicht zulassen, dass du einer von ihnen wirst. Du solltest gut bleiben.

JACOB: Bin ich gut, Mutter?

MUTTER: Ja, aber natürlich bist du das.

JACOB: Warum liebst du ihn dann mehr als mich?

MUTTER: Ich-- liebe euch nur auf unterschiedliche Weisen. [sie berührt Jacob's Wangen] Wirst du bei mir bleiben, Jacob? Bitte?

JACOB: Ja. [sie lächelt und schmiegt sich an ihn] Eine Weile.

Dreißig Jahre späterBearbeiten

[Der erwachsene Jacob webt einen Wandteppich. Er dreht sich zu seiner Mutter, die Kräuter in einer Schüssel mischt.]

JACOB: Was sagst du?

MUTTER: Wirklich schön, Jacob.

JACOB: Geht es dir gut?

MUTTER: Ich bin nur müde.



[Jacob beobachtet aus einiger Entfernung die Siedlung. Arbeiter, sein Bruder eingeschlossen arbeiten an etwas. Sein Bruder sieht ihn. Dann sitzen sie zusammen und spielen das Senet-Spiel.]

MANN IN SCHWARZ: Weiß sie, dass du mich besuchst?

JACOB: Sie fragt nie nach dir.

MANN IN SCHWARZ: Dann frag' ich nicht mehr nach ihr. Wieso...beobachtest du uns, Jacob?

JACOB: Ich weiß nicht. Ich beobachte euch, weil ich...wissen will, ob Mutter recht hat.

MANN IN SCHWARZ: Womit recht?

JACOB: Über die.

MANN IN SCHWARZ: Oh, und meinst meine Leute. Du willst wissen, ob sie böse sind. Die Frau mag verrückt sein, aber was das betrifft, hat sie absolut recht.

JACOB: Ich weiß nicht. Mir kommen sie nicht böse vor.

MANN IN SCHWARZ: Du hast ja auch leicht reden, wenn du von oben auf uns herabsiehst. Glaub mir, ich lebe seit dreißig Jahren bei ihnen. Sie sind habgierig, abgefeimt, nicht vertauenswürdig und egoistisch.

JACOB: Warum bist du dann bei ihnen?

MANN IN SCHWARZ: Sie sind Mittel zum Zweck.

JACOB: Zu welchem Zweck?

MANN IN SCHWARZ: Ich will weg hier, Jacob. Ich weiß, wie ich die Insel verlassen kann.

JACOB: Das ist aber nicht möglich. Man kann die Insel nicht verlassen.

[Der Mann in Schwarz holt einen Dolch hervor und wirft ihn -- er wird wie magnetisch an eine Steinwand gezogen - Erstaunt geht Jacob zu der Mauer - man hört ein summendes Geräusch - er zieht den Dolch von der Mauer und das Summen hört auf]

MANN IN SCHWARZ: Es gibt sehr gebildete Männer bei uns. Männer, die erforschen, wie die Dinge funktionieren. Wir haben zusammen herausgefunden, dass es überall auf der Insel Orte gibt, an denen Metall absonderlich reagiert. Wann immer wir so eine Stelle finden, graben wir. Und diesmal haben wir etwas gefunden. Komm mit mir, Jacob. Bitte. Was wirst du tun, wenn sie stirbt?

JACOB: Das wird nie geschehen.

MANN IN SCHWARZ: Jacob, alles muss irgendwann sterben.

JACOB: Ich will nicht weg von der Insel. Sie ist meine Heimat.

MANN IN SCHWARZ: Aber nicht meine.



[Jacob kehrt zu Mutter zurück]

MUTTER: Wo warst du?

JACOB: Du weißt, wo ich war.

MUTTER: Was hat er gesagt, Jacob?

JACOB: Dass er herausgefunden hat, wie er die Insel verlassen kann.

[Mutter nähert sich der Stelle, wo die Arbeiter zugange sind. Sie wartet, bis sie allein ist und taucht unten im Brunnen beim Mann in Schwarz auf. Er ist überrascht und zieht seinen Dolch.]

MUTTER: Darf ich dir Gesellschaft leisten?

MANN IN SCHWARZ [er steckt den Dolch zurück]: Ja…Wie geht es dir?

MUTTER: Ich bin in Sorge.

MANN IN SCHWARZ: Das bist du mit recht. Ich habe dreißig Jahre lang nach diesem Ort gesucht, den du mir als Kind gezeigt hast, dieser-- Wasserfall mit dem wunderbaren Licht. Hey, ich hab die ganze Insel abgesucht, doch ich hab nicht die geringste Idee, wo ich ihn finden kann. Doch dann dachte ich mir, was ist, wenn ich das Licht unter dieser Insel vielleicht von einem anderen Ort aus erreiche. Ich habe viel Zeit gebraucht, um das wahr werden zu lassen.

MUTTER: Haben deine Leute es auch gesehen?

MANN IN SCHWARZ: Ja. Sie haben ein paar sehr interessante Ideen, was man damit anfangen könnte.

MUTTER: Damit anfangen? Du hast nicht die geringste Ahnung--

MANN IN SCHWARZ: Ich hab nicht die geringste Ahnung, weil du mir nichts erzählen wolltest, Mutter.

[Der Mann in Schwarz löst einen Stein aus der Wand - dahinter sieht man Licht schimmern - Mutter bemerkt ein großes Holzrad, das gegen die Wand gelehnt ist]

MUTTER: Was ist das?

MANN IN SCHWARZ: Ein Rad. Wir werden eine Öffnung schaffen. Viel größer noch als diese. Und dann verbinde ich das Rad mit einem System, das wir bauen. Ein System, das das Licht und das Wasser trennt. Und dann werde ich es drehen. Und wenn ich das tue, dann wird es mir möglich sein diese Insel zu verlassen.

MUTTER: Woher weißt du das alles? Woher weißt du, dass es funktioniert?

MANN IN SCHWARZ: Ich bin etwas besonderes, Mutter.

MUTTER: Bitte, tu das nicht. Geh nicht.

MANN IN SCHWARZ: Ich muss gehen.

MUTTER: Wieso?

MANN IN SCHWARZ: Weil ich nicht auf Insel gehöre.

MUTTER: Ich nehme an, es heißt nun Lebwohl. [sie umarmen sich, Mutter weint]

MANN IN SCHWARZ: Lebwohl, Mutter.

MUTTER [sie hält sein Gesicht]: Es tut mir so schrecklich leid.

[Sie schubst ihn, sein Kopf wird gegen die Wand geschmettert, er ist bewusstlos.]



[Mutter kehrt zu ihrem Camp zurück und weckt Jacob]

MUTTER: Jacob…Es ist soweit.

[Mit einer Fackel in der Hand führt sie Jacob durch den Dschungel]

JACOB: Es ist etwas geschehen, nicht wahr?

MUTTER: Ja, ich musste deinem Bruder Lebewohl sagen.

JACOB: Du lässt ihn gehen?

MUTTER: Ich habe keine Wahl, es ist das, was er will. Erkennst du diesen Ort wieder?

JACOB: Ja.

MUTTER: Weißt du noch, was ich euch hier gezeigt habe?

JACOB: Das Licht.

MUTTER: Das wirst von nun an du hüten.

[sie reicht ihm die Fackel und setzt sich Richtung Wasserfall auf einen Stein]

JACOB: Was ist dort unten?

MUTTER: Leben, Tod, Wiedergeburt. Es ist die Quelle, das Herz dieser Insel. Bitte versprich mir, völlig egal, was du tust, du wirst niemals dort hinunter gehen.

JACOB: Würde ich sterben.

MUTTER: Es wäre schrecklicher als sterben. Viel schlimmer.

MUTTER:[Spricht in Latein] Nam non accipimus hoc quasi vulgarem potionem, sed ut ille sit quasi unus mecum. (Weil wir dieses nicht als einfachen Trank annehmen, sondern so, dass er eins mit mir wird)

[Sie nimmt eine Weinflasche und schüttet etwas in einen silbernen Becher, den sie dann Jacob gibt]

MUTTER: Hier. Trink das.

JACOB: Was passiert, wenn ich es trinke?

MUTTER: Du akzeptierst damit die Verantwortung, dafür, dass du diesen Ort beschützen wirst, solange du nur kannst. Und dann wirst du einen Nachfolger für dich suchen.

JACOB: Ich will diesen Ort nicht beschützen.

MUTTER: Einer muss es tun.

JACOB: Ist mir egal.

MUTTER: Meine Zeit ist abgelaufen.

JACOB: Was heißt abgelaufen?

MUTTER: Du musst es tun, Jacob.

JACOB: Nein, tu ich nicht. Du wolltest immer, dass er es macht. Aber jetzt bin nur noch ich übrig.

MUTTER: Du warst schon immer der Richtige dafür, Jacob. Das ist mir jetzt klar geworden und irgendwann wirst auch du das erkennen, aber bis dahin hast du wirklich keine andere Wahl. Bitte. Nimm diesen Becher und trink.

[Jacob nimmt den Becher und trinkt den Wein]

MUTTER [hält ihre Hände um Jacob's]: Nun sind wir beide...eins geworden.



[Der Mann in Schwarz erlangt das Bewusstsein wieder, sieht die Zerstörung seines Vorhabens und den Brunnen aufgefüllt mit Erde. Er rennt in die Richtung, wo er schwarzen Rauch sieht und findet sein Dorf zerstört und die Menschen getötet. Er hebt das verbrannte Senet Spiel auf. Seine Trauer wechselt zu Wut.]



[Donnergrollen]

JACOB: Ein Sturm kommt auf.

MUTTER: Ja, du hast recht. Du solltest gehen. Sammle Feuerholz bevor es regnet.

[Jacob beginnt fortzugehen]

MUTTER: Jacob? Pass auf dich auf.

JACOB: Wir sehen uns zuhause.

[Mutter erreicht ihr Camp und sieht ein Chaos und den zerstörten Wandteppich - Sie nimmt die Senet Box und holt zwei Steiner heraus, einen schwarzen und einen weißen. Als sie sich den schwarzen Stein genauer ansieht, wird sie von hinten mit dem Dolch vom Mann in Schwarz erstoochen. Sie bricht zusammen, murmelt undeutlich und starrt den Mann in Schwarz an]

MANN IN SCHWARZ: Warum wolltest du mich nicht gehen lassen, Mutter?

MUTTER: Weil....ich dich liebe....ich danke dir.

[Mutter stirbt, der Mann in Schwarz weint - Jacob erscheint und lässt Feuerholz fallen]

MANN IN SCHWARZ: Jacob.

JACOB: Was hast du getan?

MANN IN SCHWARZ: Warte. Hör zu.

JACOB: Was hast du getan?

MANN IN SCHWARZ: Nein!

JACOB: Was hast du getan?!

MANN IN SCHWARZ: Du hast--

[Jacob schlägt auf den Mann in Schwarz ein und zieht ihn später neben sich durch den Dschungel]

MANN IN SCHWARZ: Nicht! Jacob, tu das nicht! Sie hat sie getötet. Sie war verrückt, sie hat alles in Brand gesteckt! Du kannst mich nicht umbringen. Dafür hat Mutter gesorgt, das kannst du nicht.

JACOB: Keine Sorge, Bruder. Ich werde dich nicht töten.

[Sie kommen an den leuchtenden Wasserfall. Jacob wirft seinen Bruder in den Strom]

MANN IN SCHWARZ: Uhh. [Ihm wird klar, dass sie am Wasserfall sind] Sie war wieder mit dir hier.

JACOB: Ja.

MANN IN SCHWARZ: Aber wieso?

JACOB: Weil sie mich zum Hüter des Lichts erklärt hat. [Jacob greift seinen Bruder am Nacken und Kopf]

MANN IN SCHWARZ: Ahh.

JACOB: Du willst das Licht finden? Du willst von der Insel weg, Bruder? Dann geh.

MANN IN SCHWARZ: Uhh!

[Jacob zwingt seinen Bruder in den Strom und schlägt seinen Kopf. Er wird ohnmächtig und der Strom zieht ihn in den Wasserfall - kurze Zeit später geht Jacob zu Boden, als das Rauchmonster durch die Höhle in den Dschungel entschwindet.]

[Als Jacob sich in einem Bach wäscht, sieht er den Leichnam seiner Bruders, er umarmt ihn - er nimmt ihn mit zu der Höhle - er nimmt zwei Steine --einen weißen und einen schwarzen--, die aus der Hand von Mutter gefallen sind und legt sie in einen Beutel]

[Jacob schließt Mutter's Augen und legt sie neben den Mann in Schwarz in die Höhle]

VorrausblendeBearbeiten

[Vorausblende zu Jack und Kate, die den Beutel in der Höhle finden]

KATE: Wer sind sie? Wo sind die wohl hergekommen?

JACK: Habt ihr nicht letzte Woche einen Eisbären erschossen?

KATE: Ja.

JACK: Und wo kam der her?

[Rückblende: Jacob weint, küsst den Beutel und legt ihn dem Mann in Schwarz in die Hand]

LOCKE: Hallo? Jemand da? Wer waren die Männer?

JACK: Eine der Leichen ist weiblich.

LOCKE: Wir haben also Adam und Eva.

RückblendeBearbeiten

[Jacob weint, als er seinen toten Bruder und Mutter betrachtet]

JACOB: Lebwohl, Bruder. Lebwohl.

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